Unfassbar: Studentin wird in Cottbus umgefahren - tot!

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Unfassbar: Studentin wird in Cottbus umgefahren - tot!

Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit wegen fahrlässiger Tötung gegen den Fahrer und wegen Volksverhetzung gegen den Beifahrer, weil der nach dem Crash die verletzte Frau rassistisch beleidigt haben soll. "Wir kennen weder den Zeugen noch den Inhalt", erklärte Nothbaum gegenüber der RUNDSCHAU mit dem Verweis darauf, dass ein Schreiben mit der Bitte an den rbb ergehen werde, "dass wir diesen Zeugen hören möchten".

Ursprünglich sei laut dem "rbb" von der Staatsanwaltschaft in Cottbus festgestellt worden, dass der tödliche Unfall "nicht zu verhindern gewesen" wäre. In einer Tempo-30-Zone neben den Straßenbahngleisen wird die Studentin von einem Auto erfasst. Sie erlag drei Tage später im Krankenhaus ihren schweren Kopfverletzungen.

In der offiziellen Version der Polizei hieß es zunächst, sie sei plötzlich aus einer Gruppe heraus auf die Straße getreten und dort von dem Auto erfasst worden - ein tragisches Unglück.

Es gibt aber noch einen anderen schwerwiegenden Verdacht: Mehrere Zeugen sollen laut RBB übereinstimmend ausgesagt haben, dass die Insassen aus dem Auto zurückgekommen seien. "Es beschleunigte immer mehr", zitiert der Sender Momen Nabil, einen von M.s Begleitern. Der Wagen traf sie heftig. Er befürchtet, von Ausländerfeinden in Cottbus bedroht zu werden, und will deswegen nicht erkannt werden.

Ein Zeuge aus Cottbus sagte, dass er die Geschwindigkeit auf 60 bis 70 Stundenkilometer schätze. Demnach soll der Unfallfahrer Kilian S. aus Dresden noch beschleunigt haben, bevor er die junge Frau mit seinem Wagen erfasste.

► Eine Augenzeugin sagte BILD nach dem Unfall über die Insassen des Unfallwagens: "Sie sagten Sätze wie: ‚Ja, mir ist klar, dass es bei euch keine Straßen gibt". Sie haben gelacht und Sachen gesagt, wie: 'Ja, die müssen halt gucken, die haben ja da zu Hause keine Straßen. "So ne Sprüche rausgehauen, obwohl die grad ein Mädchen vielleicht tot gefahren haben". Das ergebe sich aus einem Dekra-Gutachten, so Nothbaum. In Deutschland verfolgt die Cottbuser Staatsanwaltschaft zwei Stränge. Viele Fragen sind noch offen - sowohl zu den polizeilichen Ermittlungen, als auch zu den rassistischen Pöbeleien und zum Unfallhergang.

Das ist immer noch zu schnell, denn an der Unfallstelle ist ein Tempolimit von 30 km/h. Das Verfahren läuft noch.

Auch die Frage, ob von den feixenden Mitinsassen des Unglücksfahrers noch am Unfallort beleidigende und rassistische Kommentare gegenüber der zu diesem Zeitpunkt noch schwerverletzten Shaden M. gefallen sein, sei nun wieder offen: Die anwesenden Polizeibeamten sollen diese Hetzereien weitestgehend ignoriert haben. Ein weiterer Zeuge, der nicht zur Gruppe um die Studentin gehören soll, will beobachtet haben, dass das Auto mit einer hohen Geschwindigkeit fuhr und einer der Insassen nach dem Unfall anfing, auf Ausländer zu schimpfen.

Die anderen elf Austauschstudenten, die in Cottbus studieren, wohnen mittlerweile auf Betreiben ihrer Heimatuniversität in Berlin.