Trump zieht jetzt auch militärisches Eingreifen in Venezuela in Betracht

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Trump zieht jetzt auch militärisches Eingreifen in Venezuela in Betracht

Washington/Caracas US-Präsident Donald Trump schließt angesichts der Umwälzungen in Venezuela überraschend auch eine militärische Option nicht aus. "Venezuela ist nicht sehr weit weg und die Menschen dort leiden und sterben", sagte der US-Präsident nach Beratungen mit seinem Außenminister Rex Tillerson und der UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, in seinem Golfclub in Bedminster.

Dem folgte etwas, das man als verklausulierte Drohung verstehen kann: "Wir haben Truppen auf der ganzen Welt, an weit entfernten Orten".

Von militärischen Planspielen oder auch nur konkreteren Überlegungen in Sachen Venezuela ist seitens der US-Regierung nichts bekannt. Ein Pentagon-Sprecher sagte, zum jetzigen Zeitpunkt gebe es noch keine entsprechenden Anweisungen aus dem Weißen Haus.

Trump hatte in den vergangenen Tagen bereits im Konflikt mit Nordkorea den Ton verschärft, am Freitag drohte er Pjöngjang mit einem Militäreinsatz.

Trump will ein militärisches Eingreifen im blutig zerstrittenen Venezuela nicht ausschließen. Seine Warnung an Venezuela blieb hingegen vage. Verteidigungsminister Vladimir Padrino sprach von einem "Akt der Verrücktheit" und warf Washington "Extremismus" vor.

Venezuela versinkt im Chaos, weil einerseits die Misswirtschaft der sozialistischen Regierung das Land an den ökonomischen Abgrund drängte und andererseits auch diverse Gruppierungen aus den USA und Europa (darunter die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung) durch die Unterstützung der rechtsgerichteten Opposition für zusätzliche Unruhe sorgen.

Die US-Regierung hatte nach der Wahl der verfassunggebenden Versammlung in Venezuela Ende Juli Sanktionen gegen Staatschef Maduro verhängt und sein Vermögen in den USA eingefroren. Am Mittwoch erließen die USA außerdem Strafmaßnahmen gegen weitere venezolanische Amtsträger. Er strebe "normale" Beziehungen zu Washington an, sagte er. Sie fürchten, dass Präsident Maduro eine Diktatur errichten will. Trump werde gern mit Maduro sprechen, wenn die Demokratie in dem südamerikanischen Land wiederhergestellt sei, hieß es in einer Mitteilung der Sprecherin des Weißen Hauses. Ein Antrag Maduros auf ein Telefonat mit dem US-Präsidenten sei am Freitag jedoch abgelehnt worden, hieß es aus dem Weißen Haus.

Trotz der Drohungen aus Washington bemühte sich Venezuelas umstrittener Präsident Nicolás Maduro um ein Gespräch mit Trump.

Die auf Geheiß von Maduro gewählte verfassunggebende Versammlung steht über dem Parlament. Peru wies gestern den venzolanischen Botschafter aus. Der Diplomat müsse das Land binnen fünf Tagen verlassen, teilte das Außenministerium in Lima mit.