Elysée will "öffentliche Rolle" von Première Dame in kommenden Tagen klarstellen

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Elysée will "öffentliche Rolle" von Première Dame in kommenden Tagen klarstellen

Paris. Der Präsident Frankreichs, Emmanuel Macron, verzichtet nun doch darauf, seiner Frau, Brigitte, einen genau umschriebenen offiziellen Status zu verleihen, wie er das in seiner Wahlkampagne angekündigt hat.

Brigitte Macron verfüge derzeit über ein Team von zwei bis drei Mitarbeitern sowie über zwei weitere Hilfskräfte und zwei Sicherheitsbeamte, sagt Valette. Bis zum Montagmittag unterzeichneten fast 200.000 Franzosen eine entsprechende Petition im Internet. Regierungssprecher Christophe Castaner betonte aber, Brigitte Macron habe eine "Rolle" und "Verantwortung". Thierry Paul Valette, der die Eingabe auf change.org startete und sich als Maler, Autor und "engagierter Bürger" vorstellt, erklärte auf der Website, es bestehe "keinerlei Grund" für ein eigenes Budget der Frau des Staatschefs aus "öffentlichen Mitteln".

Zugleich wendet sich der Text "scharf" gegen "jegliche sexistische Angriffe" gegen Macrons ehemalige Theaterlehrerin an der Schule, die 25 Jahre älter ist als er. Ihre "Kompetenzen" würden "in keiner Weise in Frage gestellt". Die Pläne wurden zurückgezogen, nachdem Hunderttausende Menschen dagegen protestiert hatten: Eine Petition hatte 280.000 Unterschriften gegen ein Extrabudget für Brigitte Macron gesammelt. In einer Phase "der Moralisierung des politischen Lebens" sei die Problematik eine Frage des "nationalen Gewissens" und wenn überhaupt dürfe nicht ein einzelner Mann darüber entscheiden, sondern nur das Volk.

Mit der jetzt geplanten Umschreibung der öffentlichen Rolle der Gattin oder eines Gatten des gewählten Staatsoberhaupts soll für Transparenz gesorgt und die bisherige "Heuchelei" beendet werden.

Mit ihr an seiner Seite wird Emmanuel Macron (39) wohl keine leiblichen Kinder haben. Allerdings ausdrücklich nicht gegen ihre Person, sondern gegen den Sonderstatus der "Première Dame". Auch künftig werde sie sich nicht nur um den Blumenschmuck kümmern - Brigitte Macron will mehr als Deko sein. Die Beschäftigung naher Verwandter als parlamentarische Mitarbeiter ist künftig verboten, Abgeordnete müssen Ausgaben mit Belegen abrechnen, die Parteienfinanzierung soll transparenter werden. Nach dem Intermezzo von Cécilia Sarkozy war Carla Bruni mehr aufgrund ihrer Karriere als Mannequin und als Sängerin bekannt denn wegen ihrer Funktion als Präsidentengattin, und François Hollande ging trotz des Wirbels um seine Affäre mit der Schauspielerin Julie Gayet als lediger und darum sparsamer Staatschef in die Geschichte ein. Dieser hatte seine Frau auf Parlamentskosten angestellt; die Justiz ermittelt weiterhin, ob es sich um eine Scheinbeschäftigung gehandelt hat. Die Regierung will mit den neuen Regeln Vertrauen in die Politik wiederherstellen. Der zweite Teil des Pakets soll voraussichtlich diese Woche verabschiedet werden.