Fipronil-Eier: Nun ermittelt die Justiz

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Fipronil-Eier: Nun ermittelt die Justiz

Inzwischen weitete sich der Skandal auf Frankreich und Großbritannien aus. Die Behörde habe sofort eine Untersuchung eingeleitet, die Staatsanwaltschaft informiert. Es gehe um den Verdacht, gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz verstoßen zu haben.

Über die Ställe in Belgien, den Niederlanden, aber auch in Deutschland gelangte das Gift in die Hühner und damit auch in die Eier. Der Ausgangspunkt soll bei einem Unternehmen aus Belgien liegen. Betroffen seien Zehner- und 15-er-Packungen mit Eiern mit einem Gewicht von 52 respektive 53 Gramm, aus Freiland- und aus Bodenhaltung. Die Zahl der belasteten Eier in Großbritannien sei aber "sehr klein". "Daran arbeiten die deutschen Überwachungsbehörden auch mit Hochdruck". "Ein Monat. Ein Monat ohne die geringste Information der niederländischen Agentur. Die werden überprüft. Ich denke, dass wir dann allerdings auch im Wesentlichen durch sind". "Zu diesem Zeitpunkt gab es keine Hinweise darauf, dass es ein akutes Risiko für die Lebensmittelsicherheit geben könnte".

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) sieht hinter dem Eierskandal kriminelle Machenschaften. Bundesregierung und deutsche Geflügelwirtschaft wollen endlich Klarheit von den Nachbarländern.

In Oldenburg ist die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Straftaten in der Landwirtschaft für Niedersachsen, dem größten Eierproduzenten Deutschlands.

Ein weiterer Betrieb im Landkreis wird positiv auf Fipronil getestet und in der Folge gesperrt. Das sind drei mehr, als bislang bekannt war.

Die Anwendung von Fipronil bei Tieren, die Lebensmittel liefern, ist in der EU verboten.

Das Insektizid Fipronil war in den vergangenen Tagen in Eiern aus Belgien und den Niederlanden nachgewiesen worden, Betriebe wurden geschlossen.

Fipronil kommt als Pflanzenschutzmittel oder in der Veterinärmedizin zum Schutz von Hunden vor Flöhen und Zecken zum Einsatz.

Giftfunde in Geflügel und Eiern haben in Deutschland schon einige Lebensmittelskandale ausgelöst. Der Informationsfluss zwischen den EU-Staaten müsse besser werden.

Die belgischen Behörden erfuhren nach eigenen Angaben Anfang Juni von einer möglichen Belastung von Hühnereiern durch das Insektizid.

Die EU-Kommissionssprecherin betonte, die EU-Kommission sei erst am 20. Juli von Belgien über die Vorfälle informiert worden. Mindestens zehn Millionen kontaminierte Eier aus den Niederlanden wurden nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums nach Deutschland geliefert, ein Teil davon gelangte in den Handel. Deshalb soll möglichst schnell herausgefunden werden, ob Konsumenten über einen längeren Zeitraum mit Fipronil belastete Eier zu sich genommen haben. Fieberhaft wird nun nach belasteten Eiern gesucht.

Aus Expertensicht sind die von Fipronil-Eiern und -Produkten ausgehenden Gefahren für Verbraucher bei den bisher gemessenen Konzentrationen überschaubar.

Tierschützer in den Niederlanden haben unterdessen gegen die Tötung von mit Fipronil belasteten Hühnern protestiert.