Solarworld baut weitere Stellen ab

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Solarworld baut weitere Stellen ab

Das teilte das Unternehmen jetzt mit.

Nach sechs Verlustjahren hatte das einstige Aushängeschild der deutschen Solarindustrie Anfang Mai einen Insolvenzantrag gestellt. Fördertöpfe, um die absehbare Unterdeckung der kommenden Monate auszugleichen, gäbe es nach der Gesetzeslage "weder im Bund, noch in den Bundesländern oder in Brüssel". Die Mitarbeiter in Bonn werden morgen persönlich über den Stand des Verfahrens informiert.

Die engagierte Belegschaft, Logistikdienstleister, Lieferanten und weitere Gläubiger hätten in den vergangenen acht Wochen viel erreicht, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und weiterzuführen: Bislang wurde im vorläufigen Insolvenzverfahren nicht nur die Bestandsware verarbeitet und veräußert, sondern darüber hinaus Neugeschäft im niedrigen zweistelligen Millionenbereich generiert.

Wegen hoher Produktionskosten sei es nicht gelungen, ausreichend Geld für die Weiterbeschäftigung aller rund 1850 Mitarbeiter zu erwirtschaften. Die Rechtsverhältnisse seien komplex und die Vorstellungen über diverse künftige Geschäftsszenarien müssten gründlich analysiert und kalkuliert werden. Derzeit prüfen nach Angaben des Insolvenzverwalters mehrere strategische Investoren einen Einstieg in das tiefrote Zahlen schreibende Unternehmen. "Wir beschäftigen nur so viel Personal, wie wir bezahlen können", sagte er. Vor diesem Hintergrund seien Entlassungen nicht zu vermeiden.

Die Fortführung ab 1. August 2017 ist laut vorläufigem Insolvenzverwalter nur mit reduzierter Belegschaft möglich. Bis dahin will der Insolvenzverwalter die Produktion mit einer reduzierten Belegschaft in Gang halten.

Dazu würden gegenwärtig auch Anfragen zu Auftragsarbeiten im Zuge von Lohnfertigungen intensiv geprüft und kalkuliert. Interessierte Investoren benötigen noch Monate bis zu einer Entscheidung.

Zudem hat sich rund acht Wochen nach Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens noch kein Investor gefunden, der bei Solarworld einspringen will.

Der insolventen Solarworld droht ein radikaler Personalabbau.