Messerattacke auf Touristen in Ägypten: Zwei Deutsche Frauen in Hurghada erstochen

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Messerattacke auf Touristen in Ägypten: Zwei Deutsche Frauen in Hurghada erstochen

Ein Mann hat am Freitagnachmittag auf einem Strand in Hurghada mehrere Menschen mit einem Messer verwundet.

Mit welcher Motivation der festgenommene Mann - Berichten zufolge soll er 28 Jahre alt sein und aus Nordägypten stammen - die Tat beging, ist noch immer unklar. Neben den beiden Deutschen, die er tötete, sind eine Russin, eine Tschechin und zwei Armenier durch seine Messerstiche verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich in einem Hotel am Strand von Hurghada, einem bei Europäern in der Vergangenheit beliebten Reiseziel. Eine gemeinsame Bekannte habe die Opfer nach der Tat identifiziert, sagt Ely.

Bei der Messerattacke im ägyptischen Badeort Hurghhada mit zwei toten Deutschen hat es sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Kairo um einen IS-Terrorangriff gehandelt. Dem ägyptischen Innenministerium zufolge war der Angreifer am Vortag von einem öffentlich zugänglichen Küstenstreifen aus an den privaten Hotelstrand geschwommen und mit dem Messer auf Touristengruppen losgegangen.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat den Messerangriff als "feiges Verbrechen" verurteilt. Er hatte ein Messer dabei, das er nach seiner Ankunft am Morgen in Hurghada gekauft hatte. Die Agentur Interfax berichtet mit Verweis auf das russische Konsulat von einer verletzten russischen Touristin. Nach der Flucht von dem Strand habe der Mann auch im benachbarten Hotel "El Palacio" nach Gästen gestochen, sagte der Manager des Gästehauses, Khaled Taha. Er sei darüber "sehr bestürzt", verbreitete das Auswärtige Amt am Sonnabend über Twitter. Sie schwebe nicht in Lebensgefahr, hieß es. Mit Blick auf die Opfer fügte die Sprecherin hinzu: "Unser tiefempfundenes Beileid gilt in diesen schweren Stunden ihren Familien und Freunden".

Seit Dezember wurden in Ägypten bei Selbstmordanschlägen und Angriffen auf die christliche Minderheit im Land mehr als 100 Menschen getötet. Die Extremisten übernahmen auch die Verantwortung für den Absturz eines russischen Ferienfliegers über dem Sinai im Oktober 2015.

Der Mann sei bewusstlos gewesen und vom Personal gefesselt worden, erklärte Taha weiter. Alle 224 Menschen an Bord starben nach dem Start in Scharm el Scheich. Doch nach Informationen, die aus Sicherheitskreisen in Kairo verlauten, soll der Messerstecher vom "Islamischer Staat" (IS) beauftragt worden sein. "Es schien so, als sei der Typ geistig verwirrt gewesen". "Was immer da genau passiert ist, ist natürlich wieder ein herber Schlag gegen den sich gerade wieder erholenden Tourismus in Hurghada", sagt Marcel Lauck, der mit der "Caribbean Bar" eine der auch unter Deutschen beliebtesten Gaststätten betreibt. Die Dschihadisten operieren im Norden der Sinai-Halbinsel - einem militärischen Sperrgebiet, in dem sich die ägyptische Armee immer wieder heftige Gefechte mit den Extremisten liefert. Bekannt ist der Badeort vor allem für seine durchgängig warmen Temperaturen und die faszinierende Unterwasserwelt.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verübt in Ägypten regelmäßig Angriffe, meistens auf Sicherheitskräfte. Wegen der Unruhe im Land nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak im Februar 2011 und Terrorangriffen war die Zahl der Urlauber in den vergangenen Jahren bereits deutlich zurückgegangen. Seit den 1980er-Jahren sind mehr als 250 Hotelanlagen in dem früheren Fischerdorf entstanden.