Krawalle und Übergriffe auf Volksfest in Schorndorf

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Krawalle und Übergriffe auf Volksfest in Schorndorf

Am Freitagabend wurden nach Polizeiangaben bislang drei Fälle gemeldet, bei denen Frauen von Männern auf dem Marktplatz sexuell belästigt wurden. Polizisten seien mit Flaschen beworfen worden, ein Teil der Jugendlichen habe sich mit einem Tatverdächtigen solidarisiert, den die Polizei festnehmen wollte. Dabei wurde in einem Fall ein Iraker als Verdächtiger ausfindig gemacht.

In der Nacht zum Sonntag versammelten sich laut Polizei zwischen 20 Uhr und 3 Uhr bis zu 1000 Jugendliche und junge Erwachsene im Schlosspark der Stadt und randalierten, viele davon mit Migrationshintergrund. Der Anteil von Migranten innerhalb der Gruppe habe allerdings unter 50 Prozent gelegen, sagte ein Sprecher. Als ein Mann wegen gefährlicher Körperverletzung festgenommen werden sollte, widersetzte er sich.

Mehrere Beamte mussten in Schutzausstattung die Festnahme abschirmen, um einen Angriff zu verhindern.

Zahlreiche Einsatzkräfte mussten aus umliegenden Landkreisen angefordert werden, um dem massiven Aggressionspotential begegnen zu können. Daraufhin wurden sie weiterhin mit Flaschen beworfen.

Im Verlaufe der Nacht zogen außerdem mehrere Gruppierungen mit jeweils zirka 30 bis 50 Personen durch die Innenstadt. Zeugenaussagen zufolge seien einzelne Personen hierbei mit Messern bewaffnet gewesen. Aus einer Gruppe heraus soll im Bereich des Alten Friedhofs - vermutlich mit einer Schreckschusswaffe - in die Luft geschossen worden sein.

Im Verlaufe der Nacht wurden zwei Einsatzfahrzeuge der Polizei mit Graffiti besprüht, ein Einsatzfahrzeug durch einen Flaschenwurf beschädigt und an sechs Fahrzeugen die Kennzeichen abmontiert und gestohlen.

Die Bilanz der Polizei nach den Unruhen ist ernüchternd. Die alarmierten Einsatzkräfte konnten die Personen allerdings nicht mehr antreffen. "Die Gewalt gegenüber den Beamten war erschreckend", sagte ein Polizeisprecher. Es sei üblich, dass sich während des Volksfests viele Jugendliche träfen - doch die Aggression gegenüber der Polizei sei neu.