Eine Tote bei Oppositions-Referendum in Venezuela

  • Eine Tote bei Oppositions-Referendum in Venezuela

Eine Tote bei Oppositions-Referendum in Venezuela

Vorab wollten Analysten den Erfolg der von der Opposition organisierten Abstimmung - die keine direkten politischen Folgen hat - lediglich an der Zahl der Teilnehmer messen. Eine Frau wurde vor dem Wahllokal getötet. Das Regierungslager boykottiert die rechtlich nicht anerkannte Abstimmung und verurteilt die Abstimmung als "illegal".

Knapp 7,2 Millionen Venezolaner haben nach Angaben der Opposition am symbolischen Referendum über die umstrittene Verfassungsreform von Präsident Nicolás Maduro teilgenommen. Das teilten die Organisatoren des Votums nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmzettel mit. Die Opposition sprach von einer "klaren Botschaft" an Maduro. Das Ergebnis werde noch am Montag (Ortszeit) bekanntgegeben. Insgesamt waren 19 Millionen wahlberechtigte Venezolaner zur Volksabstimmung aufgerufen.

Unbekannte feuerten auf Bürger, die an der Volksabstimmung gegen die sozialistische Regierung Maduros teilnehmen wollten. Die konservative und rechtsgerichtete Opposition kämpft für eine Amtsenthebung des Staatschefs, den sie für die schwere Wirtschaftskrise und die dramatischen Versorgungsengpässe im Land verantwortlich macht.

Bremen (ots) - Es war der nächste Akt der Konfrontation in Venezuela zwischen Regierung und Opposition. Das Volk hat der Regierung gesagt, was es will: Frieden. Nach dem Ende des Urnengangs riefen Oppositionsanhänger in Caracas: "Diese Regierung stürzt", Autofahrer stimmten ein Hupkonzert an. Das Umfrageinstitut Datanalisis teilte mit, dass voraussichtlich 70 Prozent der Wähler gegen die Pläne Maduros stimmen. Das Oppositionsbündnis "Tisch der demokratischen Einheit" (MUD), welches das Parlament kontrolliert, hatte am Sonntag ein Plebiszit gegen Maduros Pläne für eine Verfassungsreform angesetzt.

Die Abstimmung vom Sonntag sollte Maduro und seine Anhänger in die Schranken weisen.

Der Präsident des Parlaments, Julio Borges, bezeichnete die Abstimmung als Wendepunkt "in diesem Kampf zur Rückgewinnung der Demokratie in Venezuela".

Der mexikanische Ex-Präsident Vicente Fox, Costa Ricas frühere Staatschefs Laura Chinchilla und Miguel Angel Rodriguez, Andres Pastrana aus Kolumbien sowie der Bolivianer Jorge Quiroga würden am Samstag in Caracas eintreffen, verkündete am Donnerstag die Oppositionsabgeordnete Maria Corina Machado.