Asche von Liu Xiaobo ins Meer gestreut

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Asche von Liu Xiaobo ins Meer gestreut

Nach dem Tod des chinesischen Nobelpreisträgers Liu Xiaobo sind Unterstützer der Familie zunehmend um seine Witwe Liu Xia besorgt. Das gab sein Bruder Liu Xiaoguang am Samstag auf einer Pressekonferenz bekannt. Zuletzt war sie an der Seite Liu Xiaobos gewesen, als dieser im Krankenhaus lag und sich sein Gesundheitszustand immer mehr verschlechterte. Der Dichter und Philosoph war am Donnerstag im Alter von 61 Jahren an den Folgen seiner Leberkrebserkrankung in einer chinesischen Klinik gestorben. Freunde und Anhänger des Dissidenten bezweifelten dies, doch hatten sie keinen Zugang zu seiner Frau oder anderen Verwandten, um die Aussage zu überprüfen. Gut einen Monat zuvor war er nach mehr als acht Jahren in Haft aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus in Shenyang verlegt worden. Der in Berlin lebende Künstler und Dissident Ai Weiwei bezeichnete die Zeremonie auf Twitter als "ekelhaft" und als eine "Missachtung" des Toten.

Äußerungen eines Behördensprechers, die bislang unter Hausarrest stehende Witwe sei offenbar frei, widersprach deren Anwalt laut Berichten den britischen Senders BBC. Ein Vertreter von Shenyangs Stadtverwaltung sagte nun, seines Wissens nach sei Liu Xia aus dem Hausarrest entlassen.

Hilfsappelle westlicher Staaten zum Fall Liu Xiaobo hat die Führung in Peking mehrfach scharf zurückgewiesen. Angesichts ihres derzeitigen Zustand sei es allerdings besser, "wenn sie nicht zu viel gestört wird". Lius Rechtsbeistand Jared Genser glaubt hingegen nicht daran, dass Liu Xia frei ist. "Wir konnten sie noch immer nicht erreichen", sagte Hu Jia, ein Aktivist und enger Freund, am Montag. Sie zogen am Samstagabend mit Trauerkerzen aus dem Zentrum der Stadt zum Verbindungsbüro der Volksrepublik.