Neonazis zu Konzert in Thüringen erwartet

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Neonazis zu Konzert in Thüringen erwartet

Es ist wohl das bundesweit größte Neonazi-Konzert des Jahres, und Tausende Rechtsgesinnte strömen in das südthüringische Themar. Die Polizei sprach drei Stunden nach Festivalbeginn von einem weiterhin starken Zulauf.

In Themar hatten Bewohner in den vergangenen Tagen bunte Plakate mit Aufschriften wie "Raus mit der braunen Seuche" oder "Lieber buntes Multikulti als braune Einfältigkeit" aufgehängt. Viele Autos würden derzeit auf den vorgesehenen Wiesen keine Parkplätze finden. Bei den Kontrollen sei bislang nichts Auffälliges festgestellt oder sichergestellt worden, sagte der Sprecher. Zu erwarten seien auch 2000 Gegendemonstranten, hieß es. Der Thüringer Verfassungsschutz erwartet mehr als 5000 Rechte - auch aus dem Ausland. Neun Veranstaltungen waren im Vorfeld angemeldet worden.

Die Polizei ist mit knapp tausend Beamten aus Thüringen und mehreren Bundesländern vor Ort - auch um die beiden Blöcke voneinander zu trennen.

Bevor sie das mit hohen Gittern eingezäunte Festivalgelände auf einer Wiese betraten, wurden die Besucher von der Polizei durchsucht. Alle Taten seien unter Alkoholeinfluss geschehen, hiess es von der Polizei.

Bürgerinitiativen, die Kirche und Privatleute hatten im Vorfeld zum Protest aufgerufen.

Themar mit weniger als 3000 Einwohnern wird am Samstag eine Stadt im Ausnahmezustand sein. Der stellvertretende Landrat Helge Hoffmann wollte sich am Mittwoch zunächst nicht zu der Entscheidung des OVG äußern, sondern die Begründung des Urteils abwarten. Er habe sich jedoch mehr Unterstützung aus der Region gewünscht.