ÄgyptenZwei Touristen sterben bei Messerangriff in Hurghada

Dies soll dem naheliegenden Terrorverdacht entgegenwirken, denn Ägypten hat ein echtes Problem mit Extremisten: Seit Dezember wurden bei mehreren Selbstmordanschlägen und Angriffen auf die christliche Minderheit im Land mehr als 100 Menschen getötet.

Das Auswärtige Amt hat bestätigt, dass bei dem Messerangriff im ägyptischen Badeort Hurghada zwei deutsche Frauen getötet wurden. Das Motiv ist derzeit noch unklar.

Bislang hat sich noch niemand zu der Tat bekannt. Außerdem verletzte er bei der Tat am Strand vier weitere Ausländer.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte: "Wir können nicht ausschließen, dass unter den Opfern auch deutsche Staatsangehörige sind". Das hat das Innenministerium in Hannover bestätigt. "Mein tiefes Beileid den Familien der Ermordeten", so der SPD-Politiker.

Die schweren Anschläge beanspruchte dabei stets ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich.

Zwei Frauen kamen ums Leben. Der IS verfügt vor allem im verarmten Nordosten des Landes auf der Sinai-Halbinsel über Rückzugsräume. Laut einem Bekannten der getöteten Frauen handelt es sich bei ihnen NICHT um Urlauberinnen, sondern um dauerhafte Bewohnerinnen Hurghadas. Nach der Flucht von dem Strand habe der Mann auch im benachbarten Hotel versucht, Gäste anzugreifen, sagte der Manager des Gästehauses. Offenbar schlugen sie den Angreifer nieder: Der Mann war zeitweise bewusstlos gewesen und wurde vom Personal gefesselt.

In sozialen Netzwerken gab es Bilder, die den angeblichen Angreifer auf einer Art Kofferwagen liegend zeigen. Die staatliche Nachrichtenseite Al-Ahram meldete, der Festgenommene habe vor einiger Zeit für sieben Monate in Saudi-Arabien gelebt. Er sei Nachbarn zufolge nach Hurghada gefahren, um Arbeit zu finden. Einer politischen oder terroristischen Gruppe habe er nicht angehört. Die Agentur Interfax berichtete mit Verweis auf das russische Konsulat von einer verletzten russischen Touristin. Dort soll er zuvor schon Touristen attackiert haben. Sie schwebe nicht in Lebensgefahr, hieß es.

Bereits im Januar 2016 hatte ein Mann in Hurghada bei einem Messer-Angriff drei Touristen verletzt.

Hurghada Hurghada ist mit seinen mehr als 250 Hotelanlagen neben Scharm el Scheich das größte ägyptische Touristenzentrum am Roten Meer.

Die Bluttat ereignete sich am Freitag an einem Strand des beliebten Ferienorts.

Ely, der schon Jahrzehnte in dem Taucherparadies am Roten Meer lebt, erzählt, dass er beide Todesopfer kannte.

Der Tourismus in Ägypten kämpft seit den Umbrüchen und dem Sturz von Langzeitmachthaber Husni Mubarak im Jahr 2011 mit Problemen.