Zweite Runde der Parlamentswahl in Frankreich begonnen

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Zweite Runde der Parlamentswahl in Frankreich begonnen

Bei der Wahl der Nationalversammlung kann Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron auf einen großen Erfolg am heutigen Sonntag hoffen. Die Wahllokale sind bis 18.00 Uhr geöffnet, in großen Städten zwei Stunden länger.

Der Triumph für Macrons erst vor gut einem Jahr gegründete Mitte-Partei La République en Marche und ihre Verbündeten bestätigt eine historische Zäsur für die französische Politik. Meinungsforscher hatten zuvor bis zu 470 Mandate für möglich gehalten.

Präsident Emmanuel Macron hat im nordfranzösischen Badeort Le Touquet am Ärmelkanal seine Stimme für die Finalrunde der Parlamentswahl abgegeben. Dagegen müssen die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mit einer weiteren herben Niederlage rechnen. Erste offizielle Hochrechnungen werden um 20.00 Uhr veröffentlicht.

Polizisten sollen die Wahl schützen.

Bei der Parlamentswahl wird in 577 Wahlkreisen jeweils ein Abgeordneter gewählt. In mehreren französischen Überseegebieten wurde wegen der Zeitverschiebung bereits am Samstag gewählt. Dabei gilt ein reines Mehrheitswahlrecht. Bereits im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag war Macrons Bündnis vorn gelandet.

Ein schwaches Ergebnis wird abermals bei der Wahlbeteiligung erwartet.

Laut den Meinungsforschungsinstituten Kantar Public-Onepoint, Ipsos und Elabe kommen die konservative Republikaner-Partei und ihre Verbündeten auf 97 bis 133 Sitze. Bei der Präsidentenwahl hatte Le Pen im ersten Wahlgang landesweit noch 21,3 Prozent der Stimmen bekommen. Allerdings gibt es in den Reihen der Republikaner verschiedene Lager: Manche stehen einer Zusammenarbeit mit Macron offen gegenüber, während andere auf eine klare Abgrenzung setzen.

Die Sozialisten von Macrons Vorgänger François Hollande waren schon im ersten Wahlgang dramatisch abgestürzt, Umfrageinstitute sahen die moderate Linke und die Grünen zusammen bei höchstens 35 Sitzen. Die Front National von Rechtspopulistin Marine Le Pen dürfte nach den Umfragen weiterhin keine große Rolle im Parlament spielen - allerdings hat Le Pen selbst Chancen, in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich erstmals in die Nationalversammlung gewählt zu werden. Unklar ist noch, ob die radikale Linke um Jean-Luc Mélenchon eine Fraktion bilden kann.