Waldbrand in Portugal tötet mindestens 39 Menschen

Seit dem Samstagnachmittag toben in Portugal folgenreiche Waldbrände, vermutlich durch Brandstiftung verursacht.

Das Feuer wurde nach Angaben der Polizei durch einen Blitzschlag ausgelöst. "Sie sagen, dass sie nicht in ihren Häusern sterben wollten, die von den Flammen umzingelt wurden", berichtete einer der Bewohner, Ricardo Tristao.

Rund 750 Feuerwehrleute kämpfen mit rund 200 Einsatzfahrzeugen gegen den Waldbrand.

Bei einem der schlimmsten Waldbrände der vergangenen Jahrzehnte in Portugal sind mindestens 61 Menschen ums Leben gekommen. Gomes zufolge wurden 54 Menschen verletzt, fünf davon schwer.

In Portugal wurde eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Zwei der insgesamt vier Feuerfronten habe die Feuerwehr im Griff, sagte Jorge Gomes, Staatssekretär im Innenministerium, am Sonntagnachmittag in der am stärksten betroffenen Region Pedrógão Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon. Die extreme Trockenheit und die starken Winde behindern weiterhin die Löscharbeiten.

Es ist der schwerste Waldbrand seit mehr als 50 Jahren in Portugal.

Am Samstagnachmittag habe sich über dem betroffenen Gebiet um den Kreis Pedrogao Grande ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei regnete, betonte der Direktor der Kriminalpolizei, Jose Almeida Rodrigues, am Sonntag.

Den Behörden zufolge sieht es ganz danach aus, als habe der Brand eine natürliche Ursache. Zuvor hatte sich Bürgermeister Valdemar Alves noch davon überzeugt gezeigt, dass das Feuer gelegt wurde. Etwa 30 von ihnen sterben auf der Flucht vor den Flammen in ihren Autos. Die drei restlichen Opfer seien nach ersten Erkenntnissen an Rauchvergiftungen gestorben. "Das ist der größte Tragödie, die wir seit Jahren in Portugal erlebt haben", sagte Regierungschef Antonio Costa nach einem Besuch der Region. Nach seinen Worten könnte die Zahl der Todesopfer sogar noch weiter steigen. Ganze Dörfer seien von Feuer umgeben, hieß es. Grund ist eine ungewöhnliche frühe Hitzewelle mit Temperaturen von teilweise mehr als 40 Grad. Dennoch habe man nicht verhindern können, dass die Flammen auf den Nachbarkreis Figueiro dos Vinhos übergriffen. Der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern sei am Sonntag in der am stärksten betroffenen Region Pedrógão Grande zunächst lange Zeit aufgrund der starken Rauchentwicklung völlig unmöglich gewesen.

Der Kreis Pedrógão Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4000 Einwohner, die sich in erster Linie der Land-, aber auch der Textilwirtschaft widmen.

Die Europäische Union sagte Portugal im Kampf gegen die Flammen Hilfe zu.

Zudem unterschrieben alle 23 portugiesischen Spieler einen Brief in Gedenken an die Opfer, der auf der FPF-Seite veröffentlicht wurde. Frankreich schicke drei Flugzeuge, sagte der für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides.