Waldbrand in Portugal - Todeszahl stieg auf 62

Das Feuer sei an vier Fronten aktiv und werde von mit rund 200 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, teilte der Zivilschutz mit. Psychologen kümmern sich vor Ort um die Überlebenden, viele von ihnen haben Angehörige in dem Feuer verloren.

Zahlreiche Opfer seien in ihren Autos auf der Straße von Figueiro dos Vinhos nach Catanheira de Pera verbrannt, als sie versuchten, den Flammen zu entkommen, sagte Innenstaatssekretär Jorge Gomes in der Nacht auf Sonntag.

Beim Confed-Cup in Russland wurde mit einem Moment des Schweigens vor der Partie Portugal gegen Mexiko (2:2) der Todesopfer gedacht. Beim Fußball-Weltverband hatte das Team von Cristiano Ronaldo & Co. beantragt, beim ersten Spiel am Sonntag im russischen Kasan einen Trauerflor tragen zu dürfen. 2003 waren bei heftigen Bränden in ganz Portugal zwei Dutzend Tote zu beklagen. Bereits im vergangenen Jahr hatten Waldbrände mehr als 100 000 Hektar Land vernichtet.

Die Bundesregierung hat Portugal Hilfe beim Kampf gegen die schlimmen Waldbrände angeboten.

Im Zentrum Portugals kämpfen Hunderte Feuerwehrleute noch immer gegen die schwersten Waldbrände seit Jahrzehnten. Das Leiden stand den unzähligen Betroffenen ins Gesicht geschrieben. Auf Bildern waren ausgebrannte Autos, brennende Bäume und Häuser sowie eine Leiche in einem völlig verkohlten Waldstück zu sehen. Ein Mann sagte: "In meinen 53 Jahren habe ich so etwas nicht gesehen". "Alles deutet ganz klar auf natürliche Ursachen hin", sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues, der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa. In Portugal herrscht ebenso wie in Spanien seit Tagen eine extreme Hitze mit Temperaturen um 40 Grad.

Zu Beginn war die Feuerwehr nach Angaben von Augenzeugen völlig überfordert. Eine ältere Frau weinte und rief: "Das ist das Ende der Welt". Zuvor hatte Bürgermeister Alves noch gesagt, er sei überzeugt, dass das Feuer gelegt wurde. Bürgermeister Alves hatte zuvor eine "ungenügende Zahl von Einsatzkräften" beklagt. Ministerpräsident Costa sagte, er sei vom "Ausmaß der Tragödie schockiert".

Portugals Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa war in der Nacht zur Unglücksstelle geflogen und sprach von einer "beispiellosen Situation". "Wir tun alles, um Portugal in dieser Zeit der Not zu helfen", sagte ein EU-Sprecher. Auf Bitte des Landes wurden zudem Löschflugzeuge organisiert. Er habe dem portugiesischen Regierungschef Costa sein Beileid ausgesprochen und ihm "deutsche Hilfe und Unterstützung" angeboten, wenn dies benötigt werde?.