Waldbrand in Portugal fordert 57 Tote

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Waldbrand in Portugal fordert 57 Tote

Bei den Waldbränden in Portugal sind nach neuen Angaben mindestens 61 Menschen ums Leben gekommen.

Viele der Opfer sind in ihren Autos von dem Feuer eingekesselt worden. Mehr als 50 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Portugals Staatsoberhaupt Marcelo Rebelo de Sousa war in der Nacht zur Unglücksstelle geflogen und sprach dort von einer "beispiellosen Situation". Zwei der insgesamt vier Feuerfronten habe die Feuerwehr im Griff, sagte Jorge Gomes, Staatssekretär im Innenministerium, am Sonntagnachmittag in der am stärksten betroffenen Region Pedrógão Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon. Der Polizei zufolge war es von einem Blitzschlag ausgelöst worden. "Wir haben in Zusammenarbeit mit der Nationalgarde sogar den Baum gefunden, der von einem Blitz getroffen wurde."In der Nacht auf Sonntag hatte sich der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, noch davon überzeugt gezeigt, dass das Feuer gelegt wurde". "Es sind erschütternde Bilder von eingekesselten Dörfern und Menschen, die dem Inferno auf der Flucht in ihren Autos zum Opfer gefallen sind", so Gabriel. "Alles deutet ganz klar auf natürliche Ursachen hin", sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues, der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa. Die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten aber weiter die Löscharbeiten.

Ganze Dörfer seien "von den Flammen völlig eingekesselt", sagte ein Bürgermeister in der betroffenen Region Pedrógão Grande, zweihundert Kilometer nördlich der Hauptstadt Lissabon. In der Region ist es derzeit sehr heiß mit Temperaturen von über 30 Grad. Gomes hatte über das Wochenende die Toten-Zahl wiederholt anheben müssen. Ob sie vor den Flammen flüchteten oder von dem Brand überrascht wurden, ist laut Innenstaatssekretär Gomes unklar.

Beim Confed Cup gedenkt man vor der Partie Portugal gegen Mexiko der zahlreichen Todesopfer in der Heimat des Europameisters. Zudem sei beim Fußball-Weltverband beantragt worden, dass Cristiano Ronaldo & Co. bei ihrem ersten Spiel am Sonntag (17.00 Uhr/Sport1) in Kasan einen Trauerflor tragen.

Es ist die größte Waldbrand-Katastrophe, an die sich die Portugiesen erinnern können und vermutlich eine der schlimmsten Buschfeuer-Tragödien Europas. Die EU kündigte die Entsendung von Löschflugzeugen an. Frankreich habe sofort drei Maschinen zugesagt, die nun rasch entsandt würden. Auch die Bundesregierung bot Portugal Hilfe an, Kanzlerin Angela Merkel brachte gegenüber dem Ministerpräsidenten António Costa die Anteilnahme der Deutschen zum Ausdruck. "Es wird alles getan werden, um den Behörden und den Menschen in Portugal in dieser Zeit der Not zu helfen", erklärte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides.

Der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern sei am Sonntag zunächst lange Zeit aufgrund der starken Rauchentwicklung völlig unmöglich gewesen. Zusätzlich helfe Spanien mit zwei Flugzeugen.