Wahl-Endspurt in Frankreich: Grosse Mehrheit für Macron erwartet

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Wahl-Endspurt in Frankreich: Grosse Mehrheit für Macron erwartet

Die entscheidende zweite Runde der französischen Parlamentswahl hat in den ersten Stunden nur wenige Franzosen ins Wahllokal gelockt. Bei der Präsidentenwahl hatte Le Pen im ersten Wahlgang landesweit noch 21,3 Prozent der Stimmen bekommen.

Mit einer absoluten Mehrheit hätte Macron freie Fahrt für seinen Reformkurs, mit der er der französischen Wirtschaft neuen Schwung verschaffen will. Damit hätte Macron ausreichend Rückhalt für sein Reformprogramm - noch in diesem Monat will die Regierung eine umstrittene Lockerung des Arbeitsrechts auf den Weg bringen. Erste offizielle Hochrechnungen werden um 20.00 Uhr veröffentlicht. Zwei Institute hielten sogar bis zu 470 Sitze für möglich.

Macron wählte am Sonntagmorgen im nordfranzösischen Badeort Le Touquet. Dabei steuert der sozialliberale Staatschef Emmanuel Macron auf einen Triumph zu: Letzten Umfragen zufolge dürfte seine Partei La République en Marche zusammen mit der verbündeten Zentrumspartei MoDem mehr als 400 der 577 Abgeordnetenmandate gewinnen. Die bürgerliche Rechte liegt je nach Institut bei nur noch 60 bis 90 Sitzen, die bisher regierenden, schwer gebeutelten Sozialisten mit ihren Verbündeten bei 20 bis 35. Anders als im ersten Wahlgang reicht jetzt eine relative Mehrheit für einen Sieg. Das reine Mehrheitswahlrecht macht es für kleine Parteien schwer, Mandate zu gewinnen. Die Sozialisten von Macrons Vorgänger François Hollande, die in den vergangen fünf Jahren den Ton in der Nationalversammlung angegeben hatten, stürzten ab.

In der ersten Runde vor einer Woche hatten auch auch aufgrund der niedrigen Wahlbeteiligung nur vier Kandidaten die nötige Mehrheit erhalten. Laut ersten Hochrechnungen kamen Macrons Mitte-Partei und ihre Verbündeten auf 355 bis 425 der 577 Sitze. Allerdings gibt es in den Reihen der Republikaner verschiedene Lager: Manche stehen einer Zusammenarbeit mit Macron offen gegenüber, während andere auf eine klare Abgrenzung setzen. In mehreren französischen Überseegebieten wurde wegen der Zeitverschiebung bereits am Samstag gewählt. Dazu sind 15 Abgeordnete nötig. Die Front National von Rechtspopulistin Marine Le Pen dürfte nach den Umfragen weiterhin keine grosse Rolle im Parlament spielen - allerdings hat Le Pen selbst Chancen, in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich erstmals in die Nationalversammlung gewählt zu werden.