Verhofstadt: Rückweg in die EU für Großbritannien offen

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Verhofstadt: Rückweg in die EU für Großbritannien offen

Ob sie wie vorgeschrieben bis 2019 abgeschlossen sein werden, lässt sich derzeit schwer einschätzen.

In Brüssel starten heute die Austrittsverhandlungen mit Großbritannien. Er reagierte damit auf Äußerungen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, Großbritannien könne doch weiter in der EU bleiben.

London vs. Brüssel - 360 Tage sind nach der Entscheidung der Briten für den EU-Austritt vergangen.

Der Brexit-Beauftragte des Europaparlaments, Guy Verhofstadt, hält sogar eine Abkehr vom EU-Austritt für denkbar. Allerdings gäbe es dann für die Briten keine Sonderwünsche oder Rabatte mehr.

Der Schutz der Rechte der EU-Bürger in Großbritannien und der britischen Bürger in der EU soll möglichst zu Beginn der zweijährigen Verhandlungen geklärt werden. "Befremdlich ist aber, dass der britische Verhandlungsführer Davis diese Rechte nur denen gewähren möchte, die vor dem 29. März eingereist sind", sagte der Liberale. "Es sollte keine Zweifel geben - wir verlassen die Europäische Union", sagte Brexit-Minister Davis.

Die Europäische Union hat sich über Wochen akribisch vorbereitet und detaillierte Forderungskataloge veröffentlicht. Die Regierung werde das historische Ergebnis des Brexit-Referendums durchsetzen.

Für Davis ist das laut Stellungnahme keine Option.

Schatzkanzler Philip Hammond bekräftigte auch das Ziel eines Austritts aus Binnenmarkt und Zollunion. Stattdessen will sie ein "weitreichendes, mutiges und ambitioniertes Freihandelsabkommen" sowie ein neues Zollabkommen. May hat bereits mehrfach erklärt, sie wolle einen neuen Zollunion-Deal mit der EU.

Die EU hat für die Verhandlungen eine Abfolge vorgegeben, die Großbritannien inzwischen offenbar akzeptiert.

Die Rechte der Bürger: Sowohl die EU als auch May bezeichnen es als besonders wichtig, die Zukunft der 3,2 Millionen EU-Bürger in Großbritannien und der 1,2 Millionen Briten auf dem Festland zu klären.

"Es ist gut, dass sich die britische Regierung Gedanken über die Rechte der EU-Bürger in Großbritannien macht", sagte Verhofstadt der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht. Brüssel besteht darauf, dass diese keinerlei Abstriche von ihrem bisherigen Status hinnehmen müssen. Und drittens die weitere Durchlässigkeit der Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Nordirland. Von britischer Seite sind weniger Details bekannt. Unklar sei aber noch, wodurch die Zollunion ersetzt werden könne, um den reibungslosen Grenzverkehr zwischen der Republik Irland und der britischen Region Nordirland nicht zu gefährden.