Tote bei Waldbrand in Portugal

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Tote bei Waldbrand in Portugal

Die Zahl der Toten bei dem verheerenden Waldbrand in Portugal steigt immer weiter an.

Lissabon. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums erklärte am Sonntag, 16 Menschen seien in ihren Autos getötet worden, als Flammen auf eine Straße zwischen Figueiró dos Vinhos und Castanheira de Pera übergriffen hätten. Die Opferzahl war bereits mehrfach erhöht worden. 21 Menschen, darunter sechs Feuerwehrleute, wurden verletzt. Der Brand war am Samstagnachmittag aus noch unbekannter Ursache ausgebrochen.

Etliche der später tot geborgenen Menschen waren mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als die Flammen sie plötzlich einschlossen. Die Europäische Union sagte Portugal im Kampf gegen die Flammen Hilfe zu. Die portugiesische Regierung ordnete eine mehrtägige Staatstrauer an, die bis Dienstag andauern soll. In der Region ist es derzeit sehr heiß mit Temperaturen von über 30 Grad. Präsident Marcelo Rebelo de Sousa traf nach Mitternacht in Pedrógão Grande ein und sagte nach einer langen Umarmung mit Alves sichtlich mitgenommen: "Das ist eine beispiellose Situation". Bilder zeigten völlig ausgebrannte Autos.

Beim Confed-Cup in Russland wurde mit einem Moment des Schweigens vor der Partie Portugal gegen Mexiko (2:2) der Todesopfer gedacht. Zuvor hatte Bürgermeister Alves noch gesagt, er sei überzeugt, dass das Feuer gelegt wurde. Cristiano Ronaldo und seine Teamkollegen trugen im russischen Kasan Trauerflor.

Die Zahl der Todesopfer wurde am frühen Sonntagabend von Ministerpräsident António Costa von 62 auf 61 korrigiert. Mehrere Familien in den betroffenen Regionen mussten ihre Häuser verlassen.

Auf Bitte Portugals würden Löschflugzeuge organisiert. Frankreich habe drei Maschinen zugesagt. Eine andere Frau sagte im TV-Sender RTP: "Wir haben alles verloren, unser Haus, unsere Tiere, alles". Die Löscharbeiten werden durch den Wind erschwert, zudem regt sich Kritik am Krisenmanagement - laut Augenzeugen sind die Einsatzkräfte völlig überfordert. Ein Mann sagte kopfschüttelnd: "In meinen 53 Jahren habe ich so etwas nicht gesehen".