Schwerer Waldbrand tötet 24 Menschen in Portugal

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Schwerer Waldbrand tötet 24 Menschen in Portugal

Bei einem der schlimmsten Waldbrände der vergangenen Jahrzehnte in Portugal sind mindestens 62 Menschen ums Leben gekommen. Viele Menschen starben auf der Flucht vor dem Waldbrand in ihren Autos, als das Feuer ihnen den Weg abschnitt. Mindestens 54 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Ministerpräsident Costa kündigte eine dreitägige Staatstrauer von Montag bis Mittwoch an. Zudem sollte vor der Confed-Cup-Partie Portugal gegen Mexiko mit einem Moment des Schweigens der Todesopfer gedacht werden. Cristiano Ronaldo & Co. wollen im russischen Kasan Trauerflor tragen. Ein Mann sagte kopfschüttelnd: "In meinen 53 Jahren habe ich so etwas nicht gesehen". Im Gebiet rund um den Brandort ist es derzeit sehr heiß mit Temperaturen von über 30 Grad.

Die Flammen wurden am Sonntag nach Angaben des Zivilschutzes von fast 700 Feuerwehrmännern mit mehr als 200 Fahrzeugen und zwei Löschflugzeugen bekämpft. Die Situation im betroffenen Kreis Pedrógão Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon war in der Nacht zum Sonntag nach amtlichen Angaben besorgniserregend. Hunderte Feuerwehrleute mit 160 Löschfahrzeugen waren gegen die Flammen im Einsatz. Der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues, sagte der Nachrichtenagentur Lusa. Die Polizei schloss nicht aus, dass ein Blitzschlag in einen Baum das Feuer verursacht hatte. Die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten weiterhin die Löscharbeiten. Die Feuerwehrmänner, die sich am Morgen zu den von Flammen eingeschlossenen portugiesischen Ortschaften im Landesinneren durchkämpften, stießen auf ein Bild des Grauens: Auf den Zufahrtsstraßen fanden sie ausgebrannte Autowracks mit verkohlten Leichen. Zuvor hatte Bürgermeister Alves noch gesagt, er sei überzeugt, dass das Feuer gelegt wurde. Viele Menschen wurden auf einer Schnellstraße von den Flammen eingeschlossen und hatten keine Chance.

"Das ist die größte Tragödie, die wir seit Jahren in Portugal erlebt haben", sagte auch Regierungschef Antonio Costa nach einem Besuch der Region. Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Christos Stylianides, sprach den Portugiesen sein Mitgefühl aus und erklärte, die EU stehe bereit. Auf Bitte Portugals organisiere die EU Löschflugzeuge.

Zu Beginn war die Feuerwehr nach Angaben von Augenzeugen völlig überfordert. Auch der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves beklagte eine "ungenügende Zahl von Einsatzkräften".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte Portugals Regierung ihre Anteilnahme an der Waldbrandkatastrophe aus. Frankreich habe sofort drei Maschinen zugesagt, die nun rasch entsandt würden. Zusätzlich helfe Spanien mit zwei Flugzeugen. 1966 starben bei einem siebentägigen Feuer in Sintra in der Nähe von Lissabon 25 Menschen, allesamt Angehörige des Militärs.