Putin & Infantino - die skurrile Show der Machtbewussten

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Putin & Infantino - die skurrile Show der Machtbewussten

Zwei Antworten zum Turnierstart ("viel Enthusiasmus, viel Freude bei allen Menschen hier in Russland") und auf die Frage, ob es der letzte Confed Cup ist ("Wir konzentrieren uns heute auf diesen Cup"). "Unsere Gruppe wird nicht einfach", sagte Antonio Rüdiger. Im Abschluss war das Team des früheren Dresdner Torwarts Tschertschessow aber bis zum zweiten Treffer von Russlands Torschützenkönig Smolow viel zu harmlos. Die Sportstätten werden vor allem für die WM im kommenden Jahr errichtet, sind aber zum Teil bereits jetzt, zum Confed Cup, in Betrieb.

Die Erwartungen an Russland für den Confederations Cup als auch für die WM 2018 im eigenen Land sind trotz des Absackens auf Rang 63 der FIFA-Weltrangliste hoch. "Die ganzen Kontinente gucken auch auf dieses Turnier", sagte er.

Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen fand die Eröffnungsshow vor dem ersten Spiel statt. Mit dem Ergebnis und mit bestimmten Spielweisen bin ich zufrieden. Und dann noch Gianni Infantino.

Ordentlich präsentierte sich auch das russische Team von Trainer Stanislaw Tschertschessow. Mit viel Schwung setzte die neu formierte "Sbornaja", bei der nur noch neun Spieler aus dem EM-Aufgebot im 23-Mann-Kader übrig geblieben waren, den limitierten Gegner gleich unter Druck. Und so war Stefan Marinovic, gleich schwer beschäftigt.

Brenzliger wurde es für die "All Whites" vier Minuten später, als Wiktor Wassin nach Ecke von Aleksander Samedow per Kopf den Innenpfosten traf. Anschließend musste Michael McGlinchey in höchster Not für den Ozeanienmeister klären. Kurz danach war es Tommy Smith, der für seinen geschlagenen Torwart rettete, nachdem Dmitri Poloz geschossen hatte (9.). Die Video-Schiedsrichter schalteten sich in dieser Szene aber nicht ein. Der Confed-Cup-Kurs des Bundestrainers spaltet die Fans.

In der 31. Minute war es dann aber doch passiert. Den vom Pfosten abprallenden Ball drückte schließlich Boxall bei seinem Rettungsversuch über die Linie. Vor der Pause vergab noch Smolow eine gute Möglichkeit (39.). Das 5-3-1-1-System war fast ausschließlich auf die Absicherung des Tores ausgerichtet, Überraschungsmomente in der Offensive blieben nahezu gänzlich aus.

Auch die zweite Hälfte lieferte ein unverändertes Bild. Russland diktierte Ball und Gegner, ließ aber weitere gute Chancen liegen. Dabei zeigte Marinovic einige gute Paraden, wie bei der Doppelchance von Poloz und Alexander Jerochin (48.). So durfte Putin angesichts der russischen Überlegenheit auf der Ehrentribüne neben Größen wie Ex-Brasilien-Star Pelé freudig lächeln.