Papst würdigt Kohl als "großen Staatsmann"

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Papst würdigt Kohl als "großen Staatsmann"

Als erster Politiker soll der verstorbene Altkanzler Helmut Kohl nach dem Willen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit einem europäischen Staatsakt geehrt werden. Kai Diekmann (damals BILD-Herausgeber) sagte: "Dass wir die Mauer überwunden haben und dann knapp ein Jahr später die Wiedervereinigung feiern durften, daran hat niemand mehr persönlichen Anteil als Helmut Kohl". Informationen der "Bild am Sonntag", wonach Kohls Leichnam nach dem Staatsakt mit dem Schiff über den Rhein zur Totenmesse nach Speyer gebracht werden soll, bestätigte sie nicht.

"Schon zu Lebzeiten wurde Helmut Kohl mit der Ehrenbürgerschaft Europas ausgezeichnet, um seine außerordentlichen Verdienste zu würdigen", sagte Juncker der Zeitung. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, erklärte, Kohl habe in entscheidenden Augenblicken der Geschichte Deutschlands und Europas "unschätzbar viel für unser Gemeinwesen geleistet".

Noch nicht entschieden ist, wann und ob es für Kohl einen Staatsakt geben wird. Seit Sonntag liegt auch im Bundeskanzleramt ein Kondolenzbuch aus, ebenso wie in der Mainzer Staatskanzlei.

Der langjährige Bundeskanzler und Wegbereiter der Wiedervereinigung war am Freitagmorgen im Alter von 87 Jahren in seiner Heimatstadt Luwdwigshafen gestorben. Wir Deutschen verdanken ihm viel.

Helmut Kohl war von 1973 an ein Vierteljahrhundert lang Vorsitzender der CDU, von 1982 bis 1998 "Langzeitkanzler".

Nach vier Jahren bekam sie eine feste Stelle im Kanzleramt, im Grundsatzreferat der Wirtschaftsabteilung, in Kohls Machtzentrum.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hatte Kohl am Freitag als "großen Europäer" und als "Glücksfall für uns Deutsche" bezeichnet.

Der Staatsakt zu Ehren des Gestorbenen wird voraussichtlich in seiner Heimat Rheinland-Pfalz stattfinden. "Er hat viel für Deutschland getan, für Europa, für die ganze Welt".

"Gewiss, es war auch ein historischer Zufall, der Kohl zum gefeierten Vater der deutschen Einheit machte".

Dass Helmut Kohls Abgang vor 19 Jahren von einer undurchsichtigen Parteispendenaffäre überschattet wurde, schmälert seine historische Bedeutung nicht. Umstritten war in Kohls Jahrzehnten als aktiver Politiker allerdings eine zuweilen enge Beziehung zu Konzernen, etwa im Flick-Skandal oder durch seine enge Freundschaft zu Medien-Manager Leo Kirch.

Auch das Wohnhaus Kohls in Ludwigshafen-Oggersheim bleibt weiter ein Ort der Trauer um den verstorbenen Altkanzler. Kohl habe es als "vorbildlicher Europäer" geschafft, die nationale Einheit Deutschlands mit der Einheit Europas parallel laufen zu lassen, ohne dass eine von beiden Schaden genommen hätte.

Die Trauerfeier wird wohl im Dom zu Speyer stattfinden, zu dem Kohl eine besondere Beziehung hatte; eine offizielle Entscheidung steht aber noch aus. "Aber es ist genauso klar, dass die Familie dazu das letzte Wort hat". Der heißt Helmut Kohl. Maike Kohl-Richter wirkt gezeichnet, als sie am Sonntag vor ihr Haus tritt, um still die Blumengebinde zu betrachten, die dort seit dem Tod des Altkanzlers abgelegt wurden. Die aus ganz Deutschland angereisten Vertreter der CDU-Nachwuchsorganisation legten Blumen, Kränze und Kerzen vor dem Bungalow im Stadtteil Oggersheim nieder.

Bonn/Berlin, 17.6.17 (kath.ch) Die katholische Kirche trauert um Helmut Kohl. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft will am Montag beim Auftakt zum Confederations Cup gegen Australien mit Trauerflor spielen.

Die Bundesregierung äußerte sich zunächst nicht zu den Trauerfeierlichkeiten für Kohl. Grütters kann sich auch vorstellen, dass in Berlin eine Straße oder ein Platz nach dem Ex-Kanzler benannt wird.