Opferzahl in Waldbrandgebiet in Portugal könnte noch steigen

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Opferzahl in Waldbrandgebiet in Portugal könnte noch steigen

Direkter Auslöser der Flammen war möglicherweise ein Blitzeinschlag, wie die Polizei mitteilte. Viele der Todesopfer wurden in ihren Autos von den Flammen eingeschlossen.

In Portugal wurde eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.

Flammen schiessen in den Himmel, dichter Rauch verdunkelt eine ganze Region: Bilder aus dem Katastrophengebiet in Zentralportugal zeigen eine regelrechte Feuerhölle.

Bei einem der schlimmsten Waldbrände der vergangenen Jahrzehnte in Portugal sind mindestens 61 Menschen ums Leben gekommen.

Das Feuer sei an vier Fronten aktiv und werde von mehr als 260 Feuerwehrmännern mit über 80 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, sagte Innenministeriums-Staatssekretär Jorge Gomes.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte Portugals Regierung ihre Anteilnahme an der Waldbrandkatastrophe aus. Die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten aber weiter die Löscharbeiten.

Unter Naturliebhabern gilt die Region knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon als Geheimtipp. Als mögliche Ursache der Feuersbrunst vermutete die Regierung Blitzeinschläge infolge von Trockengewittern. Über dem betroffenen Gebiet habe sich ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei regnete, sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues, am Sonntag der Nachrichtenagentur Lusa. Nach Angaben der Behörden verbrannten viele der Opfer in ihren Autos.

Drei weitere Menschen starben nach Angaben eines Mitarbeiters des Innenministeriums an Rauchvergiftung.

"Wir stehen vor der schlimmsten Tragödie menschlicher Opfer in der letzter Zeit aufgrund eines solchen Unglücks", sagte der portugiesische Premier António Costa, der ebenso wie Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa am Samstagnacht zur Unglücksstelle gereist war. Die Opferzahl könnte noch steigen.

Das Feuer breitete sich rasch aus, ganze Dörfer waren von Feuer umgeben. In Portugal herrschten am Samstag Temperaturen von teilweise mehr als 40 Grad Celsius. Knapp 700 Feuerwehrmänner kämpften am Abend mit mehr als 215 Fahrzeugen und vier Löschflugzeugen gegen die Flammen.? Autos fahrenin Pedrogao Grande (Portugal) auf der Landstraße zwischen Castanheira de Pera und Figueiro dos Vinhos an einem ausgebrannten Auto vorbei. Starke Winde fachten die Flammen immer weiter an.

Der Kreis Pedrógão Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4000 Einwohner, die sich in erster Linie der Land-, aber auch der Textilwirtschaft widmen.

Ein verheerender Waldbrand sucht Portugal heim. Am Sonntagmorgen sollen zwei Löschflugzeuge aus Spanien zur Unterstützung in der Waldbrandregion eintreffen. Bundesrat Didier Burkhalter kondolierte dem Aussenminister Portugals Augusto Santos Silva in einem SMS.