Offenbar kein nationaler Staatsakt für Helmut Kohl geplant

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Offenbar kein nationaler Staatsakt für Helmut Kohl geplant

Der langjährige Bundeskanzler und Wegbereiter der Wiedervereinigung war am Freitagmorgen im Alter von 87 Jahren in seiner Heimatstadt Luwdwigshafen gestorben. Entscheidungen seien noch nicht gefallen, hieß es am Samstag aus der Mainzer Staatskanzlei und dem Bundespräsidialamt in Berlin. "Aber es ist genauso klar, dass die Familie dazu das letzte Wort hat".

Der Staatsakt zu Ehren des Gestorbenen wird voraussichtlich in seiner Heimat Rheinland-Pfalz stattfinden.

Die CDU legte in ihrer Zentrale in Berlin ein Kondolenzbuch für Kohl aus und richtete ein Online-Kondolenzbuch ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich am Sonntagnachmittag in das Kondolzenbuch eintragen. Der frühere SPD-Vorsitzende und -Kanzlerkandidat Rudolf Scharping plädierte in der "Welt am Sonntag" dafür, Straßen und Plätze nach Helmut Kohl zu benennen.

Bei der Verleihung des Point-Alpha-Preises an den Liedermacher und früheren DDR-Dissidenten Wolf Biermann legten die 1000 Gäste und Zuschauer im osthessischen Rasdorf eine Schweigeminute ein. Aber auch in Deutschland dürfte es wohl eine größere Trauerzeremonie geben. "Europäische Staatsmänner aus kleinen Ländern haben mir öfter gesagt, dass sie Helmut Kohl im Zusammenspiel der europäischen Kräfte ganz besonders schätzten, weil er gerade als Vertreter eines größeren und mächtigeren Landes immer Sensibilität und Rücksicht walten ließ gegenüber kleineren Partnern". Der Altkanzler war im Jahr 2005 zusammen mit Ex-Kreml-Chef Michail Gorbatschow und dem ehemaligen US-Präsident George Bush senior der erste Empfänger des Point-Alpha-Preises gewesen, der Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas würdigt.

Kohls Söhne Walter und Peter hatten in den vergangenen Jahren kaum noch Zugang zu ihrem Vater - Walter Kohl erfuhr aus dem Radio vom Tod seines Vaters.

"Wir sind einem geeinten, starken, weltoffenen und patriotischen Deutschland in einem geeinten und freien Europa verpflichtet", schreibt Tauber. Dort traf sie am Samstag Papst Franziskus.