Minivan rast in Menschenmenge - ein Toter

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Minivan rast in Menschenmenge - ein Toter

In der Nacht war ein Mann mit einem Lieferwagen nahe einer Moschee in eine Menschenmenge gefahren. Dabei wurde laut Polizei ein Mensch getötet, zehn Personen wurden verletzt. Zuvor soll dieser gerufen haben: "Ich werde alle Muslime töten!" Das sagte Neil Basu von Scotland Yard am Montagmorgen vor Journalisten. Premierministerin Theresa May bestätigte, dass der Vorfall nahe einer Moschee ein potenzieller Terroranschlag sein könnte. Sie teilte mit: "All meine Gedanken sind mit jenen, die verletzt wurden, mit deren Angehörigen und mit den Rettungskräften vor Ort".

Großbritanniens Oppositionsführer Jeremy Corbyn zeigte sich geschockt von "dieser entsetzlichen und grausamen Attacke (...)", wie er am Montagmorgen im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. May sprach von einem "schrecklichen Zwischenfall".

Augenzeugen zufolge soll der Fahrer eines Lieferwagens eine Gruppe von Muslimen gerammt haben, die vom Gebet gekommen seien.

Ein 48-jähriger Mann, angeblich der Fahrer des Transporters, soll nach Angaben von CNN noch am Tatort festgenommen worden sein. Der Mann sei "als Vorsichtsmaßnahme" in ein Krankenhaus gebracht worden und werde auf seine psychische Gesundheit untersucht.

Die Zahl der Opfer und die Hintergründe des Vorfalls waren am frühen Morgen noch unklar. Bislang geht die Polizei von einem Verdächtigen aus. Man habe auch keine Waffen wie etwa Messer bei dem Fahrer des Lastwagens gefunden.

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hat den Zwischenfall vor einem muslimischen Gemeinschaftshaus als Terroranschlag bezeichnet.

Finsbury Park liegt im Norden der Hauptstadt und nicht im Zentrum, wo sich zuletzt die terroristischen Angriffe mit vielen Toten ereigneten.

Mohammed Kozbar, der Vorsitzende einer nahegelegenen Moschee im nördlichen London, sagt der Boulevard-Zeitung "The Sun": "Wer immer das getan hat, wollte Menschen verletzen. Das ist eine Terrorattacke".

Der Islamdachverband Muslim Council of Britain (MCB) teilte im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, dass ein Lieferwagen Gläubige überfahren habe, als sie die nahe gelegene Moschee im Stadtteil Finsbury Park am verlassen hätten.

Einige Meter von dem Unglücksort entfernt am Bahnhof Finsbury Park versucht ein Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe, den Menschen Mut zu machen: "Harte Zeiten währen nicht ewig", hat er auf eine Tafel am Eingang zur U-Bahn geschrieben, "widerstandsfähige Menschen halten zusammen".

In den vergangenen Wochen und Monaten hätten Muslime verstärkt unter Islamophobie und Diskriminierung gelitten. Er fordert nun erhöhte Sicherheitsmaßnahmen vor Moscheen. "Es war schockierend." Als die Polizei kam, habe der Täter Luftküsse verteilt, erzählt Abdulahi der dpa. Die Moschee war früher als eine Anlaufstelle für Islamisten bekannt. Er erhielt bereits erste Hilfe bevor der Kleinwagen in die Menschenmenge raste.