Mindestens 57 Tote bei Waldbränden in Portugal

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Mindestens 57 Tote bei Waldbränden in Portugal

Lissabon. Der verheerende Waldbrand mit mindestens 62 Toten in Portugal ist der Polizei zufolge durch Blitzschlag ausgelöst worden. Er hatte über das Wochenende die Toten-Zahl wiederholt anheben müssen. "Das ist der größte Tragödie, die wir seit Jahren in Portugal erlebt haben", sagte Regierungschef Antonio Costa im portugiesischen Fernsehen nach einem Besuch der Region. Mindestens 57 Menschen kamen in den Flammen ums Leben. Gomes sagte, es sei schwer zu sagen, ob die Menschen vor den Flammen flüchteten oder von dem Feuer überrascht wurden. Zunächst hatte der Bürgermeister Valdemar Alves noch gesagt, er sei überzeugt, dass das Feuer gelegt wurde.

Ministerpräsident Costa kündigte eine dreitägige Staatstrauer von Montag bis Mittwoch an. Mehrere Familien in den betroffenen Regionen mussten ihre Häuser verlassen.

Die Flammen wurden am Sonntag nach Angaben des Zivilschutzes von fast 700 Feuerwehrmännern mit mehr als 200 Fahrzeugen und zwei Löschflugzeugen bekämpft. Viele Menschen waren dem Feuer hilflos ausgeliefert.

Dutzende Menschen wurden beim schlimmsten Waldbrand in Portugal seit Jahrzehnten verletzt. Am Samstagnachmittag habe sich über dem betroffenen Gebiet ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei geregnet habe, sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues, am Sonntag der Nachrichtenagentur Lusa. Cristiano Ronaldo & Co. wollten Trauerflor tragen.

Autos fahren auf der Landstraße zwischen Castanheira de Pera und Figueiro dos Vinhos an einem ausgebrannten Auto vorbei. Starke Winde fachten die Flammen immer weiter an. "Wir tun alles Mögliche und Unmögliche, um das Feuer zu löschen", sagte Innenstaatssekretär Gomes. Bürgermeister Alves hatte zuvor eine "ungenügende Zahl von Einsatzkräften" beklagt.

Die Europäische Union sagte Portugal angesichts der Waldbrände Hilfe zu. Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Christos Stylianides, sprach den Portugiesen sein Mitgefühl aus und erklärte, die EU stehe bereit. Auch Frankreich entsandte drei Flugzeuge. In Portugal herrschten am Samstag Temperaturen von teilweise mehr als 40 Grad Celsius. Das schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntag auf Twitter. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe gegenüber dem portugiesischen Ministerpräsidenten António Costa zudem die Anteilnahme der Deutschen zum Ausdruck gebracht.

Nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums waren 16 der später tot geborgenen Menschen mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als sie von den Flammen eingeschlossen wurden.

Einen ähnlich schlimmen Waldbrand - was die Opferzahl betrifft - hatte es in Portugal zuletzt vor einem halben Jahrhundert gegeben.