Mehr als 60 Tote bei Waldbrand in Portugal

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Mehr als 60 Tote bei Waldbrand in Portugal

Mehrere Menschen hatten sich in ihrem Auto auf die Flucht vor den Flammen gemacht. Die Regierung hat eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.

Das Feuer breitete sich rasch aus, ganze Dörfer waren von Feuer umgeben.

Bei einem verheerenden Waldbrand in Portugal sind mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen - 59 weitere wurden verletzt. Rund 60 Menschen wurden nach Angaben des Staatssekretärs im Innenministerium, Jorge Gomes, verletzt.

Die portugiesische Zeitung Publico schrieb in einem Kommentar, in den kommenden Tagen müsse die Regierung zahlreiche Fragen beantworten.

Etliche der später tot geborgenen Menschen waren mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als die Flammen sie plötzlich einschlossen. Der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, hatte bereits in der Nacht eine "ungenügende Zahl von Einsatzkräften" beklagt. Die Feuerwehr konnte am Morgen nur noch ausgebrannte Autos bergen. "Wir haben in Zusammenarbeit mit der Nationalgarde sogar den Baum gefunden, der von einem Blitz getroffen wurde", sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues.

Die Polizei geht davon aus, dass die Brande durch natürliche Ursachen entstanden. Zuvor hatte Bürgermeister Alves noch gesagt, er sei überzeugt, dass das Feuer gelegt wurde. In der Region rund um den Brandort ist es derzeit sehr heiß mit Temperaturen von über 30 Grad. Drei der Opfer seien nach ersten Erkenntnissen in der Nähe eines Friedhofes an Rauchvergiftungen gestorben. Ministerpräsident Antonio Costa sprach von einer "furchtbaren Tragödie". Auf die Frage, ob es denn nicht absehbar gewesen sei, dass die Brände diese Stellen erreichen würden, sagt Soares: "Als die Leute auf diese Strassen einbogen, könnten die Feuer noch kilometerweit entfernt gewesen sein".

Bewohner des Dorfes Nodeirinho berichteten, eine vierköpfige Familie habe ihr Haus verlassen und mit einem Auto fliehen wollen. Gomes sagte, es sei schwer zu sagen, ob die Menschen vor den Flammen flüchteten oder von dem Feuer überrascht wurden. Dennoch habe man nicht verhindern können, dass die Flammen in der Nacht auf den Nachbarkreis Figueiró dos Vinhos übergriffen. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten, hieß es.

Der Kreis Pedrógão Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich etwa 4000 Einwohner. Dort, wo bis Samstag noch Pinien und schmucke Häuschen standen, wo sich Wanderer und Wassersportler auf Lagunen und Stauseen vergnügten, waren nur noch schwarzgraue Asche und viel Rauch zu sehen.

Die Europäische Union kündigte an, Löschflugzeuge zu entsenden, um die Behörden in Portugal zu unterstützen. Frankreich habe sofort drei Maschinen zugesagt.