Mann rast bei Moschee in London in Menschenmenge

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Mann rast bei Moschee in London in Menschenmenge

Die Polizei hatte zunächst von einem Toten und zehn Verletzten gesprochen. Augenzeugen zufolge soll er gesagt haben, er wolle Muslime töten und habe "seinen Teil getan". Zwei Stunden vorher oder nachher, so der 18-Jährige, "wäre niemand hier gewesen". Der Britische Rat der Muslime teilte auf Twitter mit, er sei darüber informiert worden, dass ein Minivan Gläubige überfahren habe, als diese gerade die Finsbury-Park-Moschee verließen. May sprach von einem "schrecklichen Zwischenfall". Am 22. März war ein Mann mit einem Auto auf der Westminster Bridge in London in eine Menschenmenge gefahren, bevor er vor dem Parlament einen Polizisten mit einem Messer erstach.

Der Kleinlastwagen soll vor einer Moschee im Stadtteil Finsbury Park in eine Gruppe von Menschen gerast sein. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch die Finsbury-Park-Moschee, die Anfang der 2000er Jahre wegen des Hasspredigers Abu Hamza al-Masri Schlagzeilen machte. Die blutige Attacke erinnere daran, dass "Terrorismus, Extremismus und Hass viele Formen annehmen", sagte sie in der Downing Street.

Dem Fernsehsender Sky News und anderen britischen Medien sagten sie zudem, sie hätten den Eindruck gehabt, dass das Fahrzeug die Menschen mit Absicht getroffen hätte.

Nach Polizeiangaben gibt es bislang keine Erkenntnisse zu weiteren Verdächtigen. Auch Premierministerin Theresa May sprach von einem "möglichen Terroranschlag". Scotland-Yard-Chefin Cressida Dick kündigte angesichts des Vorfalls an, dass zusätzliche Beamte im Einsatz sein würden, auch in der Nähe von muslimischen Einrichtungen. Die Tat der vergangen Nacht ist die "brutalste Manifestation" dieses Hasses, schreiben die Vertreter der Muslime auf Twitter. Die Verantwortlichen riefen zur Ruhe auf: "Spekulationen über den Vorfall sind nicht hilfreich".

Die Polizei behandelt den Vorfall mittlerweile dennoch als Terrorakt. "All meine Gedanken sind mit jenen, die verletzt wurden, mit deren Angehörigen und mit den Rettungskräften vor Ort", so May. Sie berief eine Krisensitzung ein. Der Stadtteil Finsbury Park liegt um Nordosten der britischen Hauptstadt. Der Vorsitzende der oppositionellen Labour-Party, Jeremy Corbyn, zeigte sich "total schockiert".

Der Rat forderte Polizeischutz für Moscheen. Islington ist ein Ortsteil von Nordlondon.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat den Zwischenfall vor einem muslimischen Gemeinschaftshaus als Terroranschlag bezeichnet.

Die Moschee war früher als eine Anlaufstelle für Islamisten bekannt. Mohammed Shafiq von der muslimischen Organisation sagte in der Nacht auf Montag: "Ich verurteile diese sinnlose und böse Attacke mit einem Lieferwagen gegen muslimische Gläubige außerhalb der Finsbury-Park-Moschee in London".

Der Islamhass habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, sagte Shafiq der britischen Nachrichtenagentur PA.

Der bei dem Terroranschlag nahe einer Londoner Moschee benutzte Lieferwagen stammt aus Wales. Die neue Moschee-Leitung hatte in der Vergangenheit Drohungen erhalten. Hamza hielt in dem Gotteshaus in den 90er Jahren radikalislamische und antiamerikanische Brandreden.

Und wieder trauern die Menschen mit London. "Ich will alle Muslime töten".