Macron startet mit frischem Parlament durch

  • Macron startet mit frischem Parlament durch

Macron startet mit frischem Parlament durch

Politischer Neuanfang für Frankreich: Präsident Emmanuel Macron ist neu, seine siegreiche Partei ist neu und nach den Parlamentswahlen vom Sonntag ziehen auch in die Nationalversammlung zu drei Vierteln neue Gesichter ein. Die Sozialisten von Macrons Amtsvorgänger François Hollande stürzten ab, zusammen mit anderen Kandidaten der moderaten Linken erreichten sie 45 Sitze. Der Kollaps seiner Partei sei nun perfekt. Insgesamt kommt ihr Front National auf acht Plätze in der ersten Kammer - damit verpasst er die nötige Anzahl Sitze für eine eigene Fraktion.

Nur 142 der 577 Mitglieder der bisherigen Nationalversammlung behalten ihren Sitz. Wie der Sender France Info am Montan berichtete, ist dies die bislang umfangreichste Erneuerung des Parlaments seit Gründung der Fünften Republik 1958. Die Legitimation eines Parlaments, an deren Wahl mehr als die Hälfte der Franzosen nicht teilgenommen hat, wirft Fragen auf. Viele von ihnen haben künftig einen Sitz in der Nationalversammlung.

Paris - Das Lager des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung gewonnen, könnte aber schwächer abschneiden als erwartet. Von den bisherigen Abgeordneten, die erneut in ihrem Wahlkreis kandidiert hatten, schieden 122 im ersten und 81 im zweiten Wahlgang aus. Die erschütternd niedrige Wahlbeteiligung zeigt, dass bei weitem nicht das ganze Land hinter ihm steht und bereit ist zu den Veränderungen, die er diesem abverlangen will: Von der Arbeitsmarktreform, gegen die die Gewerkschaften bereits Sturm laufen, bis zur Pensionsreform, die einen kompletten Systemumbau vorsieht.

Macrons Wahlerfolg wird allerdings durch die tiefe Wahlbeteiligung getrübt. Ausserdem gaben knapp zehn Prozent der Urnengänger entweder einen leeren Wahlumschlag oder eine ungültige Stimme ab.

Alleine mit der Runderneuerung des politischen Personals sei die Verdrossenheit der Bevölkerung mit der bisherigen französischen Politik nicht überwunden, sagte Martial Foucault, Chef des Meinungsforschungsinstituts Cevipof.