Lieferwagen fährt in Gruppe Muslime: Ein Toter und zehn Verletzte

Mohammed Shafiq von der muslimischen Organisation sagte in der Nacht auf Montag: "Ich verurteile diese sinnlose und böse Attacke mit einem Lieferwagen gegen muslimische Gläubige außerhalb der Finsbury-Park-Moschee in London". Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass Anti-Terror-Spezialisten die Ermittlungen übernommen hätten.

Der Fahrer des Wagens wurde festgenommen.

Die Hintergründe waren zunächst unklar. Er soll nun auf seine geistige Zurechnungsfähigkeit untersucht werden. Sieben Verletzte waren nach Angaben der Gesundheitsbehörde NHS am Nachmittag noch im Krankenhaus.

Die Polizei hatte zunächst keine Hinweise auf weitere Verdächtige.

Im März tötete ein mutmaßlicher Islamist auf der Westminister Bridge mit einem Auto zwei Menschen und verletzte weitere. Auch von einem Messerangriff war in Medien zu lesen. Aus der Sicht der britischen Behörden handelt es sich womöglich um einen Anschlag.

Der Islamdachverband Muslim Council of Britain teilte im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, dass ein Lieferwagen Gläubige überfahren habe, als sie die nahe gelegene Moschee im Stadtteil Finsbury Park am verlassen hätten. Premierministerin Theresa May sprach von einer Terroranschlag. Ihre Gedanken seien bei den Opfern und deren Angehörigen. Sie berief eine Krisensitzung ein. Der Vorsitzende der oppositionellen Labour-Party, Jeremy Corbyn, zeigte sich "total schockiert".

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach auf Facebook gleich von einem "schrecklichen Terrorangriff auf unschuldige Menschen".

Die Polizei hatte nach eigenen Angaben gegen 0.20 Uhr (Ortszeit, 1.20 Uhr) die ersten Notrufe erhalten. Mehrere Opfer würden in der Seven Sisters Road versorgt. Der Stadtteil Finsbury Park liegt um Nordosten der britischen Hauptstadt.

Bei den Opfern des blutigen Zwischenfalls soll es sich nach übereinstimmenden Angaben vornehmlich um Muslime handeln, die nach dem Ende eines Gebets auf die Straße getreten waren. Unklar sei, ob dies mit Absicht geschah. Dabei wurde eine Person getötet und mindestens zehn verletzt. "Das ist eine Terrorattacke".

Das Fahrzeug, das Passanten rammte, soll dem "The Sun"-Bericht zufolge ein gemieteter weißer Lieferwagen gewesen sein". Der Rettungsdienst und die Feuerwehr teilten jeweils mit, dass sie starke Kräfte zu dem Ort geschickt haben. Dort wirkte etwa Abu Hamza als Imam der Moschee von Finsbury Park. Der aus Ägypten stammende Imam der Moschee Ingenieur hielt in dem Gotteshaus radikalislamische und antiamerikanische Brandreden und wurde im Februar 2006 wegen Aufrufs zu Rassenhass und Mordanschlägen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Moschee hatte sich zwar nach einem Führungswechsel völlig neu aufgestellt, bekommt aber seit den Terrorattacken von Paris vermehrt Drohungen per Mail und Post.

Eine Augenzeugin, Cynthia Vanzella, schilderte bei Twitter ihre Eindrücke vom Unglücksort: "Schrecklich Polizisten zu sehen, die Herzmassagen bei am Boden liegenden Menschen machen, verzweifelt hoffend, sie zu retten". Wie viele Menschen verletzt oder gar getötet wurden ist bislang noch nicht bekannt.