Konjunktur: Absolute Mehrheit für Macron-Lager offiziell bestätigt

  • Konjunktur: Absolute Mehrheit für Macron-Lager offiziell bestätigt

Konjunktur: Absolute Mehrheit für Macron-Lager offiziell bestätigt

Sie zieht damit im vierten Anlauf erstmals in die Nationalversammlung ein.

Phoenix berichtet ab 23 Uhr eine Stunde lang über die Parlamentswahl in Frankreich. Drei Viertel der gewählten Abgeordneten sind politische Neulinge.

Grossen Widerstand von den Abgeordneten muss Macron nicht befürchten: Der Präsident verfügt jetzt über eine höchst solide Regierungsmehrheit.

Paris - Die Franzosen haben ihren sozialliberalen Präsidenten Emmanuel Macron am Sonntag mit einer soliden parlamentarischen Mehrheit ausgestattet.

Nach der Wahl könnten Macron und sein Premierminister Edouard Philippe wie in Frankreich üblich ihre Regierungsmannschaft nachjustieren.

Konservative und Sozialisten erlitten herbe Verluste: Das konservative Lager erzielte den Hochrechnungen zufolge zwischen 97 und 130 Abgeordnetenmandate. "Der Sieg ist deutlich und er verpflichtet uns, wir werden hart arbeiten", betont auch der Ministerpräsident. Meinungsforscher hatten zuvor bis zu 470 Mandate für möglich gehalten.

Die Wahlbeteiligung stürzte in der entscheidenden zweiten Runde des Parlamentsentscheids auf einen neuen historischen Tiefpunkt von knapp 43 Prozent. Dazu kommen etwa 45 Sitze des zentrumsdemokratischen Juniorpartners Modem. Die Sozialisten von von Macrons Amtsvorgänger und Ex-Staatschef Francois Hollande haben künftig nur noch 29 Abgeordnete in der Nationalversammlung. Parteivorsitzender Jean-Christophe Cambadélis gab kurz nach Bekanntwerden der Resultate seinen Rücktritt bekannt. Die Hälfte der Kandidaten aus Macrons Partei sind Politneulinge. Ihre Front National habe mindestens sechs Sitze gewonnen, erklärte sie.

Der Nationalversammlung steht die bislang umfangreichste Erneuerung seit Gründung der Fünften Republik 1958 bevor. Sozialdemokraten beeilten sich auch, Macron zum Sieg seiner neuen Partei zu gratulieren.

Mit 39 Jahren ist Macron der jüngste Präsident in der französischen Geschichte. Außerdem strebt er weitreichende Reformen in der vom angekündigten Austritt Großbritanniens verunsicherten Europäischen Union an. Bei der Parlamentswahl setzten sich Minister der bisherigen Regierung durch, unter ihnen Wirtschaftsressortchef Bruno Le Maire und Europaministerin Marielle de Sarnez.

Verstärkt wurde sie noch durch das Mehrheitswahlrecht, das nicht auf der prozentualen Parteienstärke beruht, sondern in jedem Stimmkreis den jeweiligen Sieger ins Parlament schickt. 223 der 577 Abgeordneten sind weiblich, dies sind 38,7 Prozent.

Der französische Präsident Emmanuel Macron kann mit einem positiven Ergebnis rechnen.

Als erste konnte sich die französische Übersee-Ministerin Annick Girardin über ihren gewonnenen Wahlkreis freuen. Le Pen feierte das Ergebnis als einen Erfolg.

Ihre Anhänger dürften jedoch enttäuscht sein.

Das Misstrauen gegenüber der herrschenden Polit-Elite war nach vielen Skandalen groß, die Wirtschaftskrise schien unüberwindbar, Pessimismus machte sich breit. Bremsen könnte allenfalls der Senat, die zweite Parlamentskammer wird von der bürgerlichen Rechten dominiert. Als eine der ersten Massnahmen will er ein Gesetz für mehr Moral in der Politik durch die Nationalversammlung bringen. Vor allem bei der geplanten Arbeitsmarktreform sind allerdings auch Protestkundgebungen von Gewerkschaften zu erwarten. Bei dessen Partei La République en Marche, dem großen Gewinner, gab man sich bescheidener. Im Departement Haut-Rhin, dem südlichen der beiden elsässischen Verwaltungsbezirke, waren hingegen die Kandidaten der Konservativen deutlich im Vorteil. Im Mai hatte er die Präsidentschaftswahl mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gegen die Rechtspopulistin Le Pen gewonnen. Macrons Wahlsieg fällt allerdings weniger eindeutig aus als erwartet.