Kohl wollte keinen Staatsakt in Deutschland

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Kohl wollte keinen Staatsakt in Deutschland

Kohl war am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorben.

Die Welt trauert um Helmut Kohl. Er werde sich persönlich dafür einsetzen, kündigte Juncker in der "Bild am Sonntag" an. "Schon zu Lebzeiten wurde Helmut Kohl mit der Ehrenbürgerschaft Europas ausgezeichnet, um seine ausserordentlichen Verdienste zu würdigen".

Die EU-Kommission steht nach Angaben einer Sprecherin im Kontakt mit Kohls Familie und den deutschen Behörden, um einen europäischen Staatsakt zu organisieren. Einen nationalen Staatsakt soll es einem Bericht der "Bild" hingegen nicht geben. Der Weltverband FIFA gestattete am Samstag einen entsprechenden Antrag des Deutschen Fußball-Bundes.

Der SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz würdigte Kohl als europäischen Visionär. Die Junge Union erklärte, sie werde am Samstagabend eine Gedenkwache vor dem Haus des verstorbenen Altkanzlers im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim abhalten. Sein Tod hatte in Deutschland und international Trauer ausgelöst. "Wir wollen unsere Trauer zeigen und Abschied nehmen", sagte der Bundesgeschäftsführer der Jungen Union, Conrad Clemens.

Bei der Verleihung des Point-Alpha-Preises an den Liedermacher und früheren DDR-Dissidenten Wolf Biermann legten die 1000 Gäste und Zuschauer im osthessischen Rasdorf eine Schweigeminute ein.

Im ersten Spiel des Confederations Cup am Montag wird die deutsche Nationalmannschaft anlässlich des Todes von Helmut Kohl mit Trauerflor spielen.

Und da bleibt dann vor allem die Einheit Deutschlands. Nach UNO-Generalsekretär Antonio Guterres, Kreml-Chef Wladimir Putin und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron kondolierte in der Nacht auf Samstag auch US-Präsident Donald Trump.

In Österreich zollten ebenfalls Politiker aller Parteien dem Verstorbenen Respekt und erinnerten an seinen Einsatz für den EU-Beitritt Österreichs. Helmut Kohl hat sich besonders viele Gedanken darum gemacht, was wohl über ihn gesagt und geschrieben werden wird, wenn er einmal nicht mehr ist. "Europa trägt seine Handschrift", schrieb Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ). Es wäre das erste Mal, dass ein europäischer Staatsakt ausgerichtet wird. Der CDU-Politiker hatte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 mit den Staats- und Regierungschefs Russlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt. Ein Verdienst, das Kohl den Titel "Kanzler der Einheit" einbrachte und den ersehnten Platz in der Geschichte sichert. Sie verneige sich vor seinem Andenken, sagte die Kanzlerin bei einem Besuch in Rom. Nach einer Privataudienz im Vatikan sagte Merkel, der Papst habe seine Anteilnahme ausgedrückt und Kohl als "großen Staatsmann" gewürdigt.