Feuerinferno in Portugal wird zur Todesfalle für Autofahrer

  • Feuerinferno in Portugal wird zur Todesfalle für Autofahrer

Feuerinferno in Portugal wird zur Todesfalle für Autofahrer

Die Lage in der Nacht stellte sich nach Behördenangaben besorgniserregend dar.

Es gebe einige Dörfer, die "von den Flammen völlig eingekesselt" seien, sagte in der Nacht der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, der Zeitung Público.

Flammende Kulisse: Eine Straße zwischen den kleinen Ortschaften Casalinho und Enchecamas, etwa 150 Kilometer nordöstlich von Lissabon. Starke Winde fachten die Flammen weiter an. Ministerpräsident António Costa zeigte sich angesichts der Dimension der Tragödie schockiert.

Im Ort Ansiao nahmen Bewohner dutzende Menschen auf, die vor den Flammen geflüchtet waren. Außerdem sind zwei Löschflugzeuge im Einsatz, wie der Zivilschutz mitteilte. 14 Dorfbewohner und sechs Feuerwehrleute wurden demnach verletzt. In einigen Gebieten fiel der Strom aus. Dort zerstörten die Flammen 200 Häuser, auch ein Hotel brannte aus, vier Menschen waren damals in den Flammen umgekommen. Der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern sei am Sonntag zunächst lange Zeit aufgrund der starken Rauchentwicklung völlig unmöglich gewesen. Das Feuer war am Samstagnachmittag aus noch unbekannten Gründen ausgebrochen und hatte seitdem auch zu Ausfällen in der Stromversorgung geführt. "Alles deutet ganz klar auf natürliche Ursachen hin", so ein Polizeisprecher. Ermittler fanden demnach einen Baum, der während eines Sommergewitters getroffen worden sein soll. Dennoch haben die Flammen bereits auf die Nachbarkreise Figueiró dos Vinhos, Castanheira de Pera und Gois übergegriffen. "Es wird alles getan werden, um den Behörden und den Menschen in Portugal in dieser Zeit der Not zu helfen", sagte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides. Auf Bitten Portugals würden Löschflugzeuge organisiert. Frankreich habe sofort drei Maschinen zugesagt. Zusätzlich helfe Spanien ebenfalls mit Flugzeugen. "Ich habe gleich heute Morgen dem portugiesischen Premierminister António Costa unser tiefes Mitgefühl und Beileid ausgesprochen und ihm deutsche Hilfe und Unterstützung angeboten, wenn dies benötigt wird", sagte Gabriel.

Brennende Bäume und verkohlte Autos: Seit Jahrzehnten hat Portugal keine so verheerenden Waldbrände erlebt. Die Zahl der Todesopfer könnte also noch steigen. Auch in anderen Regionen des Landes kam es zu Waldbränden, die durch hohe Temperaturen angeheizt werden.

Der Kreis Pedrogao Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4.000 Einwohner, die sich in erster Linie der Land-, aber auch der Textilwirtschaft widmen. Die nahezu unberührte Natur mit Lagunen und Stauseen zieht seit Jahren immer mehr Wanderer und Wassersportler an.