Feuerinferno in Portugal: Todeszahl steigt auf 62

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Feuerinferno in Portugal: Todeszahl steigt auf 62

Zudem unterschrieben alle 23 portugiesischen Spieler einen Brief in Gedenken an die Opfer, der auf der FPF-Seite veröffentlicht wurde. Die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten zusätzlich die Löscharbeiten.

Schwelender Waldbrand: Die Zahl der Todesopfer steigt an. "Unglücklicherweise scheint dies die größte Tragödie in Hinblick auf Waldbrände zu sein, die wir in den letzten Jahren erlebt haben", sagte Costa. Vorrang habe nun, Menschen zu retten und das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Seit Samstag wüten mehrere Waldbrände in der Region, bis gestern Abend waren 62 Todesopfer zu beklagen. Das teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Sonntag am Unglücksort Pedrógão Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon mit. Wegen starker Winde breitete es sich rasch aus und wurde vor allem für viele Autofahrer auf einer Nationalstraße zur Todesfalle, als das Feuer ihre Wagen einschloss.

Bislang sind 24 Menschen ums Leben gekommen, weitere 20 sind verletzt. Wie groß die durch den Brand betroffene Fläche ist, war zunächst nicht bekannt. "Es ist schwer zu sagen, ob sie vor den Flammen flüchteten oder ob sie von dem Feuer überrascht worden sind", so Gomes. Der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern sei am Sonntag zunächst aufgrund der starken Rauchentwicklung unmöglich gewesen. In der Region ist es derzeit sehr heiß mit Temperaturen von über 30 Grad.

Ministerpräsident António Costa kündigte eine dreitägige Staatstrauer von Montag bis Mittwoch an. Cristiano Ronaldo und seine Teamkollegen trugen im russischen Kasan Trauerflor. Über der betroffenen Region habe sich ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei regnete, sagte der Direktor der Kriminalpolizei. Eine andere Frau sagte im TV-Sender RTP: "Wir haben alles verloren, unser Haus, unsere Tiere, alles".

Nach Angaben des Innenministeriums waren etliche der später tot geborgenen Menschen mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als die Flammen sie plötzlich einschlossen uns starben qualvoll. Dort zerstörten die Flammen im August 200 Häuser, auch ein Hotel brannte aus. Hunderte Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen. "Alles deutet ganz klar auf natürliche Ursachen hin", so ein Polizeisprecher. Zuvor hatte Bürgermeister Alves noch gesagt, er sei überzeugt, dass das Feuer gelegt wurde.

Zu Beginn war die Feuerwehr nach Angaben von Augenzeugen völlig überfordert.

Präsident Marcelo Rebelo de Sousa sagte nach einer langen Umarmung mit Alves sichtlich mitgenommen: "Das ist eine beispiellose Situation". Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Christos Stylianides, sprach den Portugiesen sein Mitgefühl aus und erklärte, die EU stehe bereit. Auf Bitte des Landes wurden zudem Löschflugzeuge organisiert. Portugal hat die EU um Hilfe gebeten und erhält Unterstützung aus der europäischen Nothilfekoordinierung. Zwei spanische Löschflugzeuge sind bereits in Portugal im Einsatz.