Anti-Terror-Ermittlungen nach tödlichem Zwischenfall in London

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Anti-Terror-Ermittlungen nach tödlichem Zwischenfall in London

In der Nacht zum Montag, um 00.20 Uhr Ortszeit, gehen bei der Londoner Polizei die ersten Notrufe ein.

Der Britische Rat der Muslime schrieb auf Twitter, er habe Kenntnis davon, dass ein Minivan Gläubige beim Verlassen der Finsbury-Park-Moschee gerammt habe. Schon zuvor hatte die Polizei von einem "schweren Zwischenfall" gesprochen. Ihm werde unter anderem zur Last gelegt, terroristische Handlungen vorbereitet zu haben, teilte die Polizei in London mit.

Die britische "Daily Mail" sprach auf ihrer Internetseite von mindestens zehn Verletzten. Laut unbestätigten Informationen des "Evening Standard" soll ein Mann, mit einem Messer bewaffnet, aus einem Fahrzeug gesprungen sein. Die Behörden sprachen von einem "möglichen Terroranschlag".

Im März tötete ein mutmaßlicher Islamist auf der Westminister Bridge mit einem Auto zwei Menschen und verletzte weitere.

Augenzeugen hatten den 48-jährigen Fahrer des Lieferwagens nach Polizeiangaben festgehalten, bis Beamte eintrafen und ihn festnahmen. Der 48-Jährige wurde in ein Spital gebracht und wird auf seine psychische Gesundheit untersucht. Acht Verletzte wurden den Angaben zufolge in Krankenhäuser gebracht, zwei Leichtverletzte am Ort des Geschehens behandelt. Zu den weiteren Verdächtigen gibt es nach Polizeiangaben bislang keine Erkenntnisse. Streifen wurden aus Präventivgründen dennoch an mehrere Orte in der Stadt geschickt. Premierministerin May spricht von einem "potenziellen Terroranschlag". Ihre Gedanken seien bei den Verletzten, deren Angehörigen sowie den Rettungskräften vor Ort, ließ sie über ihr Büro am Montagmorgen mitteilen.

Jeremy Corbyn von der oppositionellen Labour-Party twitterte, er sei "total schockiert". Es handle sich um einen Angriff auf die "gemeinsamen Werte von Toleranz, Freiheit und Respekt". Der Vorfall löste Erinnerungen an den Londoner Terroranschlag Anfang des Monats aus.

Verbandschef Harun Khan schrieb, der Lieferwagen sei absichtlich in die Fußgänger gefahren.

Ein Lieferwagen war kurz nach Mitternacht in eine Menschenmenge im Stadtteil Finsbury Park gerast - ein Mann wurde getötet, zehn Menschen wurden verletzt.

Der Anschlag auf eine Mosche in London zielte nach Angaben von Scotland Yard eindeutig auf Muslime. Der aus Ägypten stammende Imam der Moschee Ingenieur hielt in dem Gotteshaus radikalislamische und antiamerikanische Brandreden und wurde im Februar 2006 wegen Aufrufs zu Rassenhass und Mordanschlägen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die neue Moschee-Leitung hatte in der Vergangenheit dennoch Drohungen erhalten.

Großbritannien wurde zuletzt von drei Anschlägen erschüttert. Sie hatten gerade ihr Abendgebet zum Fastenmonat Ramadan beendet und waren auf die Straße getreten, als der Lieferwagen in die Menschenmenge raste. Der Angreifer wurde erschossen. Zudem wurden bei einem Selbstmordanschlag auf ein Pop-Konzert in Manchester im Mai 22 Menschen getötet. Es habe zahlreiche Opfer gegeben, teilte die Polizei mit. Der Stadtteil Finsbury Park liegt nördlich des Zentrums von London. Anschließend attackierten sie andere Fußgänger am nahegelegenen Borough Market mit Messern.