Zahl der Toten steigt auf 30

  • Zahl der Toten steigt auf 30

Zahl der Toten steigt auf 30

Bei dem Hochhausbrand in London geht die Polizei mittlerweile von 58 Toten aus.

Eineinhalb Wochen nach dem jüngsten Terroranschlag muss die britische Hauptstadt London mit einer erneuten Tragödie fertig werden. Trotz der Katastrophe war das Hochhaus bis zum frühen Abend aber stabil genug, dass darin weiter nach eingeschlossenen Menschen gesucht werden konnte. Im Einsatz waren demnach 200 Feuerwehrkräfte und 40 Löschfahrzeuge. Der Alarm war kurz vor 01.00 Uhr Ortszeit (02.00 Uhr MESZ) eingegangen. Bisher sind zwölf Tote bestätigt worden. Ein Polizeisprecher bezeichnete die Bergungsarbeiten als "komplex". Es werde sehr lange dauern, bis die Spezialkräfte von Polizei und Feuerwehr den Sozialbau vollständig durchsucht und alle Opfer geborgen hätten. Es sei "wahrscheinlich", dass während dieser Zeit weitere Todesopfer entdeckt würden. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mindestens 79 Patienten in Kliniken behandelt, 18 von ihnen seien in einem kritischen Zustand.

Bereits am Morgen nach dem verheerenden Brand kam Kritik an den Eigentümern und lokalen Behörden auf.

Beim Feuer wurden auch mehrere Feuerwehrleute verletzt. Die Ränder des Grenfell Towers seien unsicher, sagte Feuerwehrchefin Dany Cotton. "So ein Feuer habe ich in meiner ganzen Karriere noch nicht gesehen". Premierministerin Theresa May ordnet eine unabhängige Untersuchung an. Laut Cotton drangen die Einsatzkräfte später bis ins 20. Stockwerk vor.

In Kensington spielen sich herzzerreißende Szenen ab.

London. Ein Hochhaus, eingehüllt in Flammen. Augenzeugen berichteten von Bewohnern des Hochhauses, die in die Tiefe gesprungen oder gefallen seien. Mehrere Mieter gaben an, das Unternehmen habe "nie auf uns gehört". Aus den oberen Stockwerken seien Schreie zu hören gewesen. Die anderen elf sind zwar im Gebäude lokalisiert, ihre Leichen konnten aber noch nicht bewegt werden, wie die Polizei mitteilte. Die angrenzende U-Bahn-Linie wurde bei der Station Latimer Road gesperrt, ebenso wie ein Abschnitt der Autobahn A40, die nördlich am Komplex vorbeiführt.

Der ausgebrannte Grenfell Tower: Wie viele Menschen sich noch in dem 24-stöckigen Gebäude befinden, ist weiter unklar.

Kein Terror-Hintergrund: Nach Angaben von Scotland Yard war der Brand kein Terroranschlag. Als Ursache wurde am Mittwoch ein defekter Kühlschrank vermutet, die Brandfahnder der Kriminalpolizei mochten dazu noch keine Stellung nehmen. Der sichtlich erschütterte Bürgermeister Sadiq Khan bedankte sich bei den Einsatzkräften und kündigte eine umfassende Klärung der Ereignisse an.

Im Grenfell Tower brennt es noch immer, die Helfer rechnen mit weiteren Opfern. Das Feuer war in der Nacht ausgebrochen und hatte sich über die Fassade rasend schnell ausgebreitet. "Es ist gar nicht auszudenken, was passiert, wenn in der Eingangshalle ein Feuer ausbricht", heisst es im Blog-Eintrag.

Wie sollten sich die Bewohner im Fall eines Feuers verhalten?

Die für die Sanierung des Towers zuständige Baufirma Rydon reagierte am Mittwoch schockiert auf den Brand. Alle erforderlichen Kontrollen, Bestimmungen im Brandschutz und die sonstigen Sicherheitsstandards seien eingehalten worden, teilte die Firma mit.