Zahl der Toten nach Londoner Hochhausbrand auf 30 gestiegen

  • Zahl der Toten nach Londoner Hochhausbrand auf 30 gestiegen

Zahl der Toten nach Londoner Hochhausbrand auf 30 gestiegen

Nach dem Hochhausbrand in London ist die Zahl der Todesopfer auf 17 gestiegen.

Donnerstag, 15. Juni, 09.43 Uhr: Die Londoner Feuerwehr hat die Suche nach weiteren Opfern im ausgebrannten Hochhaus vorerst abgebrochen. Cotton sei aber mehr besorgt "über die psychische Gesundheit" ihrer Feuerwehr. Sie schicke keine Leute in die oberen Stockwerke.

Bisher waren 12 Tote bestätigt.

24 Menschen wurden heute noch in Krankenhäusern der britischen Hauptstadt behandelt. Das teilte eine Polizeisprecherin mit. Die Flammen seien jedoch inzwischen weitgehend gelöscht, sagte Feuerwehr-Chefin Dany Cotton. Bei dem Brand des Sozialbaus Grenfell Tower waren in der Nacht zum Mittwoch mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen.

Experten vermuten, die Fassadendämmung könnte ein Grund dafür sein, dass sich der Brand so rasend schnell ausbreitete.

Der ausgebrannte Grenfell Tower: Wie viele Menschen sich noch in dem 24-stöckigen Gebäude befinden, ist weiter unklar. Neben Sozialwohnungen und Büroräumen finden sich auch ein Boxclub und ein Kindergarten in dem Gebäude. "Sie wohnt in der obersten Etage, ihr Mann war nicht daheim, weil er im Urlaub ist". Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan versprach umfassende Aufklärung. "Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben, und ich möchte den Londonern versichern, dass wir für alle Antworten bekommen werden".

Die britische Premierministerin Theresa May äußerte sich am frühen Nachmittag und sagte, sie sei "tief betroffen von den tragischen Todesfällen". Nach unterschiedlichen Medienberichten haben etwa zwischen 400 und 600 Menschen ihre Wohnungen verloren. Das Hochhaus aus den 70er Jahren wurde bis zum vergangenen Jahr für umgerechnet 9,9 Millionen Euro aufwändig renoviert. Vor allem die Fassade wurde saniert und gedämmt.

Die für die Verkleidung der Fassade verantwortliche Firma Harley Facades erklärte gegenüber BBC, ihr sei derzeit kein Zusammenhang mit dem Brand bekannt.

Nach Angaben von Bewohnern soll es bereits vor dem Inferno Beschwerden über einen unzureichenden Brandschutz gegeben haben. Sie hätten keine einfachen Notausgänge und keine Sprinkleranlagen. "Wir bleiben hier, bis die Arbeit getan ist", sagte ein Sprecher der Londoner Feuerwehr.

Ein Tag nach dem Brand im Londoner Grenfell-Tower geht die Suche nach Opfern weiter. Die Feuerwehr habe alle Stockwerke kurz durchsuchen können. Die Polizei hat mit den Strafermittlungen zur Brandursache begonnen; bislang ist noch völlig unklar, was das verheerende Feuer ausgelöst hat. Berlins Landesbranddirektor Wilfried Gräfling wies am Donnerstag im RBB-Inforadio darauf hin, dass bei Häusern mit einer Höhe von weniger als 22 Metern brennbares Dämmmaterial erlaubt sei. Sie fürchtet, es könne mehr als 60 geben. Nach Angaben der Polizei wird der Rettungseinsatz noch mehrere Tage dauern. Auch mehr als eine Million Pfund an Hilfsseldern wurden gesammelt.

Wegen des Feuers will Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die energetische Gebäudesanierung in Deutschland auf den Prüfstand stellen. Er sagte der Funke Mediengruppe, ein vergleichbarer Fassadenbrand sei bei uns so gut wie ausgeschlossen.