Wieder Terror in Großbritannien

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Wieder Terror in Großbritannien

Die Polizei nahm im Zusammenhang mit der Tat in der Hauptstadt zwölf Menschen fest. Acht Minuten nach dem ersten Notruf erschossen Polizisten die drei Männer, die Sprengstoffattrappen trugen. Die Razzien dauerten weiter an, hieß es. Identifiziert seien sie noch nicht.

Die Hintergründe: Premierministerin Theresa May sprach von einem "brutalen Terroranschlag".

Bis Sonntagmorgen hat sich noch keine Terrorgruppe zu dem Anschlag bekannt. Jedoch verwies die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group darauf, dass Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Anschlag in ihren Foren und Chat-Kanälen feierten und den IS hinter der Tat vermuteten. Kurz darauf erschießen Beamte die drei mutmaßlichen Täter. Man müsse aber noch weiter ermitteln, um dies mit hundertprozentiger Sicherheit sagen zu können, erklärte Anti-Terror-Chef Rowley. Sie töteten mindestens sieben Menschen. Unter den Verletzten sind nach Angaben der Bundesregierung auch zwei Deutsche. Einige der Verletzten schweben laut dem Londoner Bürgermeister Sadiq Khan in Lebensgefahr.

- Die Tat: Um 22.08 Uhr Ortszeit (23.08 MESZ) gehen bei der Polizei erste Notrufe ein, dass ein Kleintransporter auf der London Bridge Fußgänger erfasst hat. Der Wagen fährt weiter zum nahen Borough Market, einem beliebten Touristenziel. Die drei Attentäter fuhren am Samstagabend zunächst mit einem Auto in eine Menschenmenge und griffen dann mit Messern an. Es gebe "viel zuviel Toleranz für Extremismus in unserem Land", betonte sie. Die Behörden sprechen von "Terrorvorfällen". Die Angreifer hätten unschuldige Bürger mit Messern und Klingen attackiert.

Der Anschlag in der englischen Hauptstadt war das dritte Attentat binnen drei Monaten in Großbritannien. Gibt es noch mehr Attentäter?

Uhr: Londoner Rettungskräfte werden zu einem Vorfall an der London Bridge gerufen.

Internet und Messengerdienste dürften Extremisten keinen Rückzugsort mehr bieten. "Etwas muss sich ändern". Der zunächst unterbrochene Wahlkampf werde am Montag wieder aufgenommen. Die Wahl werde am 8. Juni wie geplant stattfinden.

An diesem Sonntag gibt Grande mit einem riesigen Staraufgebot ein Benefizkonzert für die Opfer in der nordenglischen Stadt. Das Konzert stand unter dem Motto "One Love Manchester". Andere Organisationen könnten dem Beispiel folgen. Die Flaggen im Regierungsbezirk im Herzen von London sollen bis Dienstagabend auf halbmast wehen.

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel reagierte am Sonntag bestürzt auf den Anschlag und sicherte Grossbritannien Deutschlands Solidarität zu.

US-Präsident Donald Trump habe May noch in der Nacht telefonisch sein Mitgefühl ausgesprochen, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Von den etwa 50 Menschen, die beim Terroranschlag von London verletzt worden sind, befinden sich 21 noch in kritischem Zustand. Für diese Nachricht, die sich an den muslimischen Politiker Khan richtete, wurde Trump im Netz scharf kritisiert. Ein Beamter wird getötet, zwei weitere Polizisten und eine deutsche Passantin werden verletzt.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron schrieb auf Twitter, Frankreich stehe nach der "neuen Tragödie" an der Seite Großbritanniens. Ihre Gedanken seien bei den Opfern und ihren Familien. "Sie haben uns gesagt, dass wir aussteigen und so weit weg rennen sollten wie möglich", sagt eine Augenzeugin der New York Times.

Nach dem Terroranschlag betet US-Sängerin Ariana Grande für London.

Die Rettungsdienste waren die ganze Nacht im Grosseinsatz. Unter den Opfern waren viele Jugendliche und Kinder. Auf der Suche nach den Angreifern durchkämmen Polizeibeamte Bars und Restaurants.

Polizisten mit Schutzschilden stehen nach der Attacke auf der Borough High Street in London.