Waldbrand in Portugal: Zahl der Todesopfer auf 57 gestiegen

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Waldbrand in Portugal: Zahl der Todesopfer auf 57 gestiegen

Mindestens 30 Menschen starben hier in ihren Fahrzeugen einen qualvollen Tod. Offenbar wollten die Menschen fliehen. 59 Menschen wurden nach Angaben von Innenstaatssekretär Jorge Gomes verletzt. Eine Frau mittleren Alters sitzt auf einer in Rauch gehüllten Landstraße, den Kopf in die Hände gestützt. Sie weiß nicht, was aus ihrem Haus und ihren Angehörigen geworden ist.

Es gebe einige Dörfer, die "von den Flammen völlig eingekesselt" seien, sagte in der Nacht der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, der Zeitung "Público". "Für viele Menschen gab es keine Zeit zu entkommen". Starke Winde fachten die Flammen immer weiter an. Der Zusammenbruch des Telefonnetzes habe es erschwert, die Menschen zu warnen.

Außerdem würden mehrere Personen vermisst.

Schwelender Waldbrand: Die Zahl der Todesopfer steigt an.

Rund 20 Verletzte, darunter sechs Feuerwehrmänner, wurden in Krankenhäuser gebracht. Hunderte Bewohner wurden zunächst in Not-Zelten untergebracht, viele von ihnen wurden wegen Rauchgas-Vergiftungen behandelt.

Die vor allem im Kreis Pedrógão Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon wütenden Flammen wurden nach Angaben des Zivilschutzes am Sonntag von 692 Feuerwehrmännern mit 224 Fahrzeugen und zwei Löschflugzeugen bekämpft. Nach ersten Ermittlungen entstand der Brand am Samstagmittag in der Nähe von Pedrógão Grande durch einen Blitzeinschlag in einen Baum. Die Europäische Union sagt Portugal Hilfe zu.

Ministerpräsident António Costa kündigte eine dreitägige Staatstrauer von Montag bis Mittwoch an. "Es ist schwer zu sagen, ob sie vor den Flammen flüchteten oder ob sie von dem Feuer überrascht worden sind", so Gomes. Vier Feuerfronten fraßen sich durch die grüne Hügellandschaft. Am Sonntagmorgen sollen zwei Löschflugzeuge aus Spanien zur Unterstützung in der Waldbrandregion eintreffen. Ein spanisches Löschflugzeug unterstützte bereits am Sonntagmorgen die Brandbekämpfung, die Ankunft eines weiteren wurden erwartet.

Portugals Staatsoberhaupt Marcelo Rebelo de Sousa war in der Nacht zur Unglücksstelle geflogen und sprach dort von einer "beispiellosen Situation". Die ungewöhnliche Hitzewelle in diesen Tagen mit Temperaturen bis 40 Grad und heftigen Winden habe die Ausbreitung des Feuers begünstigt. Die Katastrophe nahm dann nach Einbruch der Dunkelheit ihren Lauf. An zwei von vier Fronten sei das Feuer mittlerweile unter Kontrolle, hieß es aus dem Innenministerium.

Auch im vergangenen Jahr tobten zahlreiche schwere Waldbrände im Land der Korkeichen und Eukalyptuswälder, wo in 2016 mehr als 1000 Quadratkilometer Landschaft abbrannten.

Das Feuer in Pedrógão Grande war am Wochenende allerdings nicht das einzige, das die Feuerwehr Portugals am Wochenende auf Trab hielt. Jenseits von den aktuellen Fragen sieht sie einen Grund für den verheerenden Brand in der zunehmenden Klimaerwärmung mit extremen Wetterlagen, angesichts der bisherige Schutzmaßnahmen nicht ausreichten.