Wahlprogramm der Grünen: Ehe für Alle und mehr Umweltschutz

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Wahlprogramm der Grünen: Ehe für Alle und mehr Umweltschutz

Drei Monate vor der Bundestagswahl erhoffen sich die Grünen von ihrem Programm-Parteitag ein Aufbruchsignal und ein Ende der schlechten Umfragewerte.

Nahezu alle Delegierten reckten ihre Karten in die Höhe; damit war die Sache klar.

Parteichef Cem Özdemir sagte dem Sender Phoenix, mit dem Zehn-Punkte Plan sähen die Mitbewerber: "Das ist das, was ich machen muss, wenn ich mit Bündnis90/Die Grünen koalieren möchte". Die sind zwar von der Parteibasis zum Spitzenduo gewählt worden, aber vielen Parteilinken - so auch ihr - zu moderat. Der hatte zuvor angemahnt, dass Menschen, die sich vor dem sozialen Abstieg ängstigten, wenig Sinn für ökologische Belange hätten.

Hofreiters Wutrede Die Grünen wissen nicht mehr, warum sie Grüne sind?

Dieser letzte Aufschlag vor der Wahl musste sitzen.

Wie Göring-Eckardt wehrte sich auch der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter gegen die Vermutung, die ökologischen Ziele der Partei seien mittlerweile Allgemeingut und die Grünen seien deswegen nicht mehr so wichtig.

Trotziger Mut spricht auch aus den Reden anderer Spitzengrüner.

"2009 und 2016, was war da noch mal gleich?" Eine konkrete Zahl für den CO2-Preis in Deutschland wurde nicht genannt. "Diese Bundesregierung, die mit der CDU und Merkel seit 12 Jahren im Amt ist?!"

Die beiden kommen mit einem neuen Öko-Posterboy auf die Bühne, dem niederländischen Groenlinks-Chef Jesse Klaver. Offensive Flügelkämpfe blieben aus.

Nach einer guten Dreiviertelstunde landet Göring-Eckardt wieder bei Donald Trump.

Zurück zum Markenkern, heißt die Devise.

Der Bundestagswahlkampf, das ist absehbar, wird sich viel um innere Sicherheit drehen. "Die Grünen sind relevant, weil sie relevante Themen vertreten", sekundiert Kretschmann.

"Dafür können wir auch abgewählt werden, das haben wir in Nordrhein-Westfalen erlebt". Beide unterstreichen ihre Bereitschaft zur Regierungsverantwortung, in dem sie die Eigenständigkeit ihrer Partei betonen und eine Festlegung auf Koalitionsoptionen vermeiden.

Nach einer kontroversen Debatte beschlossen die rund 800 Delegierten am Samstag einen Kompromiss zum Kohleausstieg, der das Ausstiegsdatum vom vorigen Parteitag um fünf Jahre auf 2030 hinausschiebt. Auch hier demonstrierten die Delegierten erstaunliche Geschlossenheit. "Über Kriegseinsätze der Bundeswehr gibt es im Wahlprogramm keinen Leitfaden", kritisiert Ströbele. Der Parteitag hat die grüne Seele gestreichelt und die Partei wieder auf Angriff gepolt.