USA wollen im Konflikt zwischen mehreren arabischen Staaten und Katar vermitteln

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USA wollen im Konflikt zwischen mehreren arabischen Staaten und Katar vermitteln

Das kleine Emirat gilt als das reichste Land der Welt, gemessen am kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt im Verhältnis zur Einwohnerzahl und wird als absolute Monarchie regiert - mit der islamischen Scharia als Hauptquelle der Gesetzgebung. Als Grund nannten die arabischen Staaten Katars Unterstützung terroristischer Aktivitäten und die Untergrabung der Sicherheitslage in der Region. Jetzt greifen sie zu drastischen Maßnahmen.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten Bahrain, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen sowie den Verkehr über Luft-, Wasser- und Landwege eingestellt.

Auch Bahrain stoppte alle Flüge von und nach Katar.

Der katarische Aussenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani sagte gegenüber CNN, die nach Doha entsandten FBI-Experten hätten den Hackerangriff und die Falschmeldung bestätigt: "Was auch immer an Vorwürfen laut geworden ist, alles gründet auf Fehlinformationen, und wir glauben, dass die ganze Krise auf Fehlinformationen basiert". Tatsächlich befindet sich das US-Kommandozentrum für den Mittleren Osten in der Nähe der Hauptstadt Doha und die längste Start- und Landebahn der Amerikaner in der Golf-Region. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel, schloss einen Boykott des Turniers nicht grundsätzlich aus. Katar ist stark von Importen abhängig. Er kündigte jedoch an, Katar wolle die Lage nicht weiter eskalieren lassen. Auch über Saudi-Arabien habe es Informationen gegeben, dass von dort aus "privaten Kreisen" und Stiftungen die Terroristen unterstützt worden seien.

Saudi-Arabien wies seine Bürger an, Katar binnen 14 Tagen zu verlassen. Wer gegen das Verbot verstoße, werde mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft, berichteten die in den Emiraten ansässige Zeitung "Gulf News" und der Fernsehsender al-Arabija am Mittwoch. Der Senegal und Mauretanien riefen ihre Botschafter aus Katar zurück. Dazu gehörten Etihad Airways, Emirates, Flydubai, Air Arabia und Gulf Air. Es sei wichtig, "die Stabilität in der Region zu erhalten". Der Chef-Diplomat von Saudi-Arabien warf Katar zudem vor, "feindliche Medien" zu unterstützen und sich in die nationalen Angelegenheiten seiner Nachbarländer einzumischen. Katar wird eine Verbindung zum internationalen Terrorismus unterstellt.

Die USA, die Europäische Union und der Iran zeigten sich besorgt über die Entwicklungen. Weiter erklärte sie, US-Außenminister Rex Tillerson sei bereit zu vermitteln.

Kurz zuvor hatte das US-Außenministerium Katar aufgefordert, seine Aktivitäten im Kampf gegen den islamistischen Terror zu verstärken. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini betonte, Kooperation sei der Schlüssel für Sicherheit in der Region.

Ein Sprecher des Pentagons erklärte am Montag, dass es keinerlei Pläne gebe, etwas an der Präsenz zu ändern. "Sie gefährdet nur die gemeinsamen regionalen Interessen".

Saudi-Arabien habe die gegen Katar verhängte diplomatische und wirtschaftliche Blockade dann teilweise mit den angeblich falschen Inhalten dieses Berichts begründet, hieß es weiter. Über 10'000 Soldaten sind auf der Luftwaffenbasis al-Udeid stationiert.

Der Präsident habe dem katarischen Emir Tamim bin Hamad Al Thani in einem Telefonat vorgeschlagen, dabei zu helfen, die Differenzen zwischen den Parteien beizulegen, teilte das Weiße Haus mit. Auf Bahrain unterhält die Fünfte US-Flotte ihr Hauptquartier.

Die Beziehungen zwischen Katar und den anderen Staaten am Arabischen Golf hatten 2014 wegen der Unterstützung der Muslim-Brüderschaft durch das Königreich einen achtmonatigen Bruch erlitten.