Trump weitet Gegenangriffe in Russland-Affäre aus

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Trump weitet Gegenangriffe in Russland-Affäre aus

US-Präsident Trump sieht sich wegen der Ermittlungen gegen ihn im Zusammenhang mit der Entlassung von FBI-Chef James Comey als Opfer einer Hexenjagd.

Später twitterte Trump: "Warum werden die Russland-Kontakte von Hillary Clinton, ihrer Familie und der Demokraten nicht untersucht, meine Nicht-Kontakte aber schon?"

Stunden zuvor hatte er sich erstmals zu jüngsten Berichten geäussert, nach denen der Sonderermittler in der Russland-Affäre seine Ermittlungen auf den Versuch einer möglichen Behinderung der Justiz gegen Trump persönlich ausgeweitet haben soll.

Mueller, der selbst zwölf Jahre lang das FBI geleitet hat, will demnach wissen, ob Trump durch seine Forderungen an Comey oder seine Bitten an die Geheimdienstchefs illegalerweise in die Russland-Ermittlungen eingegriffen hat.

Kushner gilt als eine der wichtigsten Figuren im Team von US-Präsident Trump. Wie die "Washington Post" berichtet, untersuche Mueller Kushners Finanzen und geschäftlichen Tätigkeiten. Während in Washington noch darüber diskutiert wurde, ob die Polemik des Präsidenten den Attentäter James T. Hodgkinson aufgestachelt hatte oder ob nicht eher mentale Probleme die eigentliche Kernursache seines Handelns waren, fiel Trump zurück in bewährte Verhaltensmuster. Zuletzt hatte es den Anschein, dass der Vorwurf einer persönlichen Verstrickung Trump nicht wirklich gefährlich werden würde.

"Als Chef der Exekutive hat Trump das Recht, den Sicherheitsdiensten zu befehlen, jede Untersuchung zu schließen, formell gibt es hier keine Verstöße", meint die Politologin Viktoria Schurawljowa. Trump hatte Comey im Mai überraschend gefeuert. Das könnte als Behinderung der Justiz gewertet werden. So sollte Coats bei FBI-Chef Comey darauf hinwirken, dass die Ermittlungen gegen Michael Flynn eingestellt werden. Er habe Comey auch nicht gebeten, Ermittlungen einzustellen. mehr. Doch der Präsident verschickte auch diese Woche seine wütenden morgendlichen Tweets: "Die Fake-News-Medien waren noch nie so falsch oder dreckig", schrieb er am Dienstag. "Eine solche Nachricht soll das Weiße Haus alarmieren, weil zum Team Muellers die härtesten und kompromisslosen Staatsanwälte in den USA gehören". Nach amerikanischen Medienberichten hatte Trump am 22. März auch Coats und CIA-Direktor Mike Pompeo unter sechs Augen ins Gebet genommen.

Laut Expertin Schurawljowa werden die Ermittlungen zwar kaum in konkreten Vorwürfen enden, dennoch werden sie dem Image Trumps schaden. Von Beginn an hatte Trump nämlich Wert darauf gelegt, dass in der Russland-Affäre nicht gegen ihn persönlich ermittelt wird. Kushner soll sich im Dezember 2016 mit Kisljak in einer diplomatischen Einrichtung der russischen Seite getroffen haben. "Hübsch", heißt es in einem Tweet von Trump.

Bereits in den vergangenen Tagen waren Spekulationen kursiert, der Präsident könnte den Sonderermittler herauswerfen wollen. Das Justizministerium setzte Mueller nach der Entlassung Comeys als unabhängigen Sonderermittler in dem Fall ein. Der republikanische US-Senator Lindsey Graham hatte kürzlich dem Sender CBS über Trump gesagt: "Dies könnte der erste Präsident in der Geschichte sein, der untergeht, weil er nicht damit aufhören kann, unangemessen über genau die Ermittlungen zu sprechen, die ihn ja reinwaschen könnten - wenn er nur still wäre".