Sessions: Vorwurf der Absprachen mit Russland eine Lüge

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Sessions: Vorwurf der Absprachen mit Russland eine Lüge

Er sagt: Ich habe damit nicht das Geringste zu tun – und legt nahe, es interessiere ihn auch eigentlich nicht.

US-Justizminister Jeff Sessions hat im Senat alle in der Russland-Affäre gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen.

Sessions erschien vor demselben Gremium, vor dem am vergangenen Donnerstag der frühere FBI-Chef James Comey ausgesagt hatte. Sessions, Comeys direkter Vorgesetzter, hatte das befürwortet. Auf die Frage, ob Trump an die Russland-Ermittlungen dachte, als er mit ihm Comeys Entlassung diskutiert hatte, meinte Sessions: "Ich bin nicht sicher, was er explizit dachte". Comey hatte erklärt, die Öffentlichkeit wisse längst nicht alles über Sessions Russland-Kontakte.

Sessions, im Wahlkampf der erste Politiker von Rang, der ins Lager Trumps überlief, gab die Untersuchung der sogenannten Russland-Connection ab, da er selber über seine Gespräche mit Kisljak nicht die Wahrheit gesagt hatte. "Ich habe nie an einem Treffen oder an einem Gespräch mit einem Vertreter der russischen Regierung teilgenommen, bei dem es in irgendeiner Art und Weise um die Beeinflussung der Wahl gegangen ist", sagte Sessions am Dienstag bei einer Anhörung im US-Senat. Generell berief sich Sessions reichlich auf Erinnerungslücken, oft drehte und wand er sich.

Sessions sollte bei der Befragung eigentlich erklären, ob und wie Russland das Wahlergebnis in den USA beeinflusst haben könnte. "Ich lese das nicht einmal". Sessions Aussage jedoch zeigte: Dem Justizminister geht es hier nicht um Aufklärung, sondern darum, seinen Präsidenten und sich selbst zu schützen.

Der Ausschuss untersucht, ob und wie Russland Einfluss auf die US-Wahl 2016 genommen haben könnte.

Sonderermittler Robert Mueller hat der "Washington Post" zufolge Ermittlungen gegen US-Präsident Trump aufgenommen.

Die Ermittlungen untergraben auch Trumps bisherige Verteidigungsstrategie: Er hatte immer wieder betont, dass er selbst nicht im Visier von Ermittlungen stehe.

Der demokratische Obmann im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhaus, Adam Schiff, warnte Trump auf Twitter vor einer Entlassung Muellers.

Ein Vertreter von Trump-Anwalt Marc Kasowitz reagierte wütend: "Das Enthüllen von Informationen des FBI über den Präsidenten ist ungeheuerlich, unentschuldbar und illegal", heißt es in einer Stellungnahme von Mark Corallo, einem Sprecher der Kanzlei von Kasowitz. Allerdings hat Trump in diesem Zusammenhang noch nicht von seinem "executive privilege" Gebrauch gemacht.

Zum Auftakt seiner zweieinhalbstündigen Aussage vor dem Geheimdienstausschuss sagte Sessions, er wolle seine Ehre gegen "verleumderische und falsche Anschuldigungen" verteidigen.

- ENTLASSUNGSGRUND: Er musste wegen der Russland-Ermittlungen des FBI gehen - sagt Comey. Hinzu kam womöglich eine dritte, bisher verschwiegene Begegnung im Mayflower, einem Luxushotel in der Nähe des Weißen Hauses - nach Schilderung des Ministers ein allenfalls flüchtiges Händeschütteln während eines Empfangs, an das er sich nicht mehr erinnern könne.

Aus den Ermittlungen einer russischen Wahlbeeinflussung habe er sich aus formalen Gründen zurückgezogen, weil er als Mitglied des Wahlkampfteams entsprechende Ermittlungen nicht habe leiten können. Es habe keinerlei anderen Grund gegeben. Unter Druck geraten, blies der Ex-Senator aus Alabama zum Gegenangriff, indem er seinen Kritikern Falschaussagen unterstellte.