Londoner Hochhausbrand: Demonstranten dringen in Rathaus ein

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Londoner Hochhausbrand: Demonstranten dringen in Rathaus ein

Im Regierungsbezirk Westminister fand eine Solidaritätskundgebung für die Opfer der Brandkatastrophe statt. Mit Bannern und Plakaten versammelten sie sich zunächst vor dem Ministerium für Kommunen. Die Demonstranten skandierten "May muss gehen!", als sie Richtung Downing Street - dem Sitz der Premierministerin - marschierten. Auf Facebook hatten am Freitagvormittag schon knapp 2000 Demonstranten ihre Teilnahme an der Kundgebung unter dem Motto "Justice for Grenfell!". "Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben, und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden".

"Ich erwarte, dass die Zahl der Toten traurigerweise auf mehr als zwölf steigen wird", sagte Stuart Cundy von der Londoner Polizei am Mittwochabend. In den 24 Stockwerken des Grenfell Towers, eines Sozialbaus, sollen zwischen 400 und 600 Menschen gewohnt haben. Finanzielle Hilfe für die Opfer sei bereits auf dem Weg.

In dem Gebäude war am Mittwoch ein gewaltiges Feuer ausgebrochen.

Die Bergungsarbeiten könnten sich hinziehen. Es werde sehr lange dauern, bis die Spezialkräfte von Polizei und Feuerwehr den Sozialbau vollständig durchsucht und alle Opfer geborgen hätten. Mit Postern und in sozialen Medien suchen Angehörige und nach Vermissten. Deren genaue Zahl konnten die Behörden noch nicht genau sagen.

Nach Angaben von Polizeisprecher Cundy wurden 24 Überlebende in Spitälern behandelt, zwölf von ihnen schwebten in Lebensgefahr.

Die Feuerwehr blieb auch am Freitag im Einsatz. Die Feuerwehr suchte mit Drohnen und Suchhunden nach weiteren Opfern in dem total zerstörten Hochhaus. Notunterkünfte waren in Turnhallen und Hotels eingerichtet worden. Die Queen und ihr Enkel besuchten eine Notunterkunft in einem Fitnesscenter im Stadtteil Kensington in der Nähe des Brandorts. Theresa May verspricht Soforthilfen in Millionenhöhe.

London. Nach heftiger Kritik an ihrer Reaktion auf die Brandkatastrophe in London hat die britische Premierministerin Theresa May Regierungsmitglieder zu einer Sondersitzung einberufen. Der Oppositionsführer und Labour-Chef Jeremy Corbyn hatte unterdessen Betroffene getröstet.

Londons Bürgermeister wandte sich am Freitag mit einem offenen Brief an die Regierungschefin und forderte sie zu sofortigem Handeln auf. Das Gebäude wurde 1974 erbaut und von 2014 bis 2016 für 8,6 Millionen Pfund (knapp 10 Millionen Euro) renoviert.

"Wir wollen Gerechtigkeit", "schämt Euch!", "Mörder!", riefen die Demonstranten, als sie das Rathaus der Stadtteile Kensington und Chelsea stürmten, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Dabei wurden neue Wohneinheiten geschaffen, eine neue Heizungsanlage eingebaut und die Außenwand mit einer gedämmten Vorhangfassade versehen. Es wird im Auftrag des Bezirks verwaltet.