Londoner Hochhausbrand: Demo vor Rathaus

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Londoner Hochhausbrand: Demo vor Rathaus

Nach dem Unglück geben viele Bürger der britischen Regierung eine Mitschuld an der Brandkatastrophe. Die Organisatoren des Protests in Kensington bemühten sich, die Menschen zu beruhigen. Inzwischen stellte Scotland Yard klar, dass es sich bei dem Brand nicht um einen Terroranschlag handelt. Britischen Medienberichten zufolge lebten dort zwischen 400 und 600 Menschen. Mehrere Tausend Menschen nahmen an einer Solidaritätskundgebung für die Brandopfer im Regierungsbezirk Westminster teil. Die Demonstration soll vor dem Ministerium für Kommunen stattfinden, das auch für Wohnungsbau verantwortlich ist. Auf Facebook hatten am Freitagvormittag schon knapp 2.000 Demonstranten ihre Teilnahme an der Kundgebung unter dem Motto "Justice for Grenfell!"

Nach heftiger Kritik an ihrer Reaktion auf die Brandkatastrophe in London rief die britische Premierministerin Theresa May Regierungsmitglieder zu einer Sondersitzung ein.

"Wir haben bereits damit begonnen, neue Unterkünfte für die obdachlos Gewordenen zu finden". Die Behörde unterstütze zudem die Untersuchung der Brandursache und der erst vor kurzem vorgenommenen Renovierungsarbeiten an dem Sozialbau. Es sei aber noch zu früh, über die Ursachen des Brandes zu spekulieren. Cundy zufolge gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass das Feuer absichtlich gelegt worden sei.

Die Bergungsarbeiten könnten sich hinziehen. "Das Gebäude selbst ist in gefährlichem Zustand", sagte Cundy. Mit Postern und in sozialen Medien suchen Angehörige und nach Vermissten. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Opfer weiter steigt - viele Bewohner werden noch vermisst. Nach Angaben der Rettungskräfte vom Mittwoch wurden mindestens 78 Patienten in Kliniken behandelt. Die Londoner Feuerwehr stellte am Donnerstagmorgen aber die Suche nach weiteren Opfern vorerst ein. Zahlreiche Menschen hatten auch die vergangene Nacht noch in Turnhallen und Hotels verbracht. Königin Elizabeth II. und ihr Enkel Prinz William besuchten Überlebende in einer städtischen Notunterkunft und trafen am Grenfell Tower Helfer und Anwohner.

Schon am Donnerstag hatte die Monarchin den Mut der Feuerwehrleute und die "unglaubliche Grosszügigkeit" der freiwilligen Helfer gewürdigt. Der Brand im Grenfell Tower ist Augenzeugenberichten zufolge noch nicht vollständig gelöscht. Auch Oppositionsführer Jeremy Corbyn kam zum ausgebrannten Gebäude. Er gehe nicht davon aus, dass es bei den bislang bekannten zwölf Todesopfern bleibe, erklärte Bürgermeister Sadiq Khan am Mittwochabend. Die Menschen hätten den Eindruck, dass ihnen nicht genügend geholfen worden sei nach der Katastrophe und dass sie keine Antworten auf die ihre dringendsten Fragen bekämen.

Nach dem Hochhausbrand in London ist die Zahl der Toten auf mindestens 30 gestiegen.

Das Gebäude wurde 1974 erbaut und von 2014 bis 2016 saniert.