London bleibt vor Brexit-Verhandlungen hart

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London bleibt vor Brexit-Verhandlungen hart

Der Brexit-Beauftragte des Europaparlaments, Guy Verhofstadt, hält sogar eine Abkehr vom EU-Austritt für denkbar.

Es gebe "keinen Zweifel - wir treten aus der EU aus", erklärte der zuständige Brexit-Minister David Davis am Sonntag.

Hammond blieb aber bei Mays Linie, die Verhandlungen mit der EU notfalls platzen zu lassen. Er will morgen die Verhandlungen mit der EU über den Brexit aufnehmen, der bis Ende März 2019 vollzogen sein soll. Unklar sei aber noch, wodurch die Zollunion ersetzt werden könne, um den reibungslosen Grenzverkehr zwischen der Republik Irland - einem EU-Mitgliedstaat - und der britischen Region Nordirland nicht zu gefährden. Das hieße, dass Großbritannien im Binnenmarkt bleibt. "Der Austritt gibt uns die Möglichkeit, eine positive neue Zukunft für Großbritannien zu gestalten - eine, in der wir frei sind, unsere Grenzen zu kontrollieren, eigene Gesetze zu verabschieden und zu tun, was souveräne Länder tun", so seine Stellungnahme.

Einen Tag vor Beginn der Brexit-Verhandlungen in Brüssel hat Schatzkanzler Philip Hammond vor einer Vereinbarung gewarnt, der die britische Wirtschaft "zerstören" könne. "Solange die Briten noch Teil der EU sind, wird sich nichts an den Rechten der EU-Bürger in Großbritannien ändern", betonte Verhofstadt deshalb. "Es ist lebenswichtig, dass der Deal, den wir schließen, es sowohl dem Vereinigten Königreich als auch der EU ermöglicht, zu gedeihen", so Davis. "Befremdlich ist aber, dass der britische Verhandlungsführer Davis diese Rechte nur denen gewähren möchte, die vor dem 29. März eingereist sind", sagte der Liberale.

Verhofstadt hörte nicht auf, weiter um die Briten zu werben. Das wäre dann "aber eine EU ohne Sonderwünsche, ohne Rabatte, ohne unnötige Komplexität, aber dafür mit mehr europäischen Kompetenzen".

Deutschlands Außenminister Gabriel wiederholte in der "Welt am Sonntag" die Hoffnung, die britische Regierung könnte ihren Kurs doch noch korrigieren. Weil dies derzeit nicht wahrscheinlich sei, hoffe er zumindest auf einen Kompromiss in den Verhandlungen.

Schulz' Parteikollege Gabriel sagte der "Welt am Sonntag": "Vielleicht gibt es jetzt eine Chance, einen sogenannten weichen Brexit hinzubekommen".

London vs. Brüssel - 360 Tage sind nach der Entscheidung der Briten für den EU-Austritt vergangen. Das lehnt die britische Regierung bisher ab.

Den britischen Konservativen von Premierministerin Theresa May warf Gabriel vor, sich "regelrecht verzockt" zu haben.