Köln: Muslime demonstrieren gegen islamistischen Terror

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Köln: Muslime demonstrieren gegen islamistischen Terror

Das ZDF meldet zuvor, dass die Veranstaltung erst um 14 Uhr statt 13:30 Uhr beginnt, da das Interesse "mäßig" sei. Ditib und der Islamrat hätten gemeinsam mit vielen anderen Muslimen, Christen, Juden und Konfessionslosen in Deutschland ein Zeichen gegen Terror und Hass und für Weltoffenheit und Toleranz setzen können.

Kaddor verteidigte den Aufruf zur Demonstration im islamischen Fastenmonat Ramadan. Zu den Einzelunterzeichnern des Demonstrationsaufrufs gehören Spitzenpolitiker von CDU, SPD, Grünen, Linken und FDP.

Muslime und Friedensaktivisten wollen gegen islamistischen Terrorismus demonstrieren. Terroristen hätten "kein Recht, sich bei ihren Morden auf eine Religion zu berufen".

Als Regierungssprecher Steffen Seibert in der Bundespressekonferenz darauf angesprochen wurde, wie die Kanzlerin die Absage bewerte, äußerte er sich zurückhaltend. Aber die separate In-die-Pflicht-Nahme friedlicher Muslime durch westliche Propaganda ist unerträglich.

Allerdings: Der größte muslimische Dachverband wird nicht mit dabei sein. Die Türkisch-Islamische Union Ditib verweigerte sich dem Aufruf zur Demo. Muslime seien "keine Verhandlungsmasse, die sich nach Belieben hierhin oder dorthin zitieren lässt", heißt es verschnupft in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung. Muslime würden mit der Demonstration gegen den Terror stigmatisiert und der internationale Terrorismus auf sie verengt. Es sei den Muslimen, die von 3:47 Uhr bis 21:55 Uhr fasten, nicht zumutbar, "stundenlang in der prallen Mittagssonne bei 25°C zu marschieren und demonstrieren", so der Verband.

Kaddor wies dieses Argument zurück. Ditib hatte die Demo als "öffentliche Vereinnahmung und Instrumentalisierung" bezeichnet.

Die schroffe Absage überrascht.

Ditib-Generalsekretär Bekir Alboga verteidigte das Nein zur Demonstration in der "Bild"-Zeitung: "Ramadan ist für mich wie Weihnachten". Aber es sei Aufgabe der gesamten Zivilgesellschaft, sich von Terror zu distanzieren, schrieb er in einem Gastbeitrag für den "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Samstag.

Diese Zeilen stoßen auf Kritik - auch aus der Bundesregierung.

Zur Absage Ditibs an der Demonstration erläutert Güzelmansur: "Ditib hat eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie verschiedene Gründe aufführt". Beck vermutet dahinter eine Intervention aus der Türkei. Deshalb werde man an der Demonstration nicht teilnehmen.

Kaddor forderte Ditib auf, sich klar gegen islamistischen Terror zu positionieren.

Der einflussreiche AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroğlu zeigte sich zufrieden mit der Ditib-Entscheidung. Bouffier schloss Auswirkungen auf die Zusammenarbeit des Landes mit Ditib beim islamischen Religionsunterricht aus. "Die Bezeichnung ‚islamistischer Terrorismus' diffamiert Muslime und stellt sie unter Generalverdacht", so Yeneroğlu weiter.