Hochhausbrand: Britische Regierung kämpft gegen Kritik

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Hochhausbrand: Britische Regierung kämpft gegen Kritik

Auch die Möglichkeit, dass die Zahl der Toten in den dreistelligen Bereich steigen könnte, schloss die Behörde nicht aus. 58 Menschen, die bei dem Brand am Mittwoch im Grenfell Tower gewesen seien, würden weiterhin vermisst und seien vermutlich tot. In dem Sozialblock lebten bis zu 600 Menschen in mehr als 120 Wohnungen.

Premierministerin Theresa May sicherte den Opfern 5 Millionen Pfund (etwa 5,7 Millionen Euro) Unterstützung zu. Es müsse zudem damit gerechnet werden, dass sich zur Zeit des Brandes noch mehr als die der Polizei vermisst gemeldeten Bewohner in dem Hochhaus aufhielten. Davon sollen unter anderem Lebensmittel und Kleidung besorgt werden. Cundy zufolge gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass das Feuer absichtlich gelegt worden sei.

Die Bergungsarbeiten könnten sich hinziehen.

Freunde und Verwandte suchen mit Postern und in den sozialen Medien zunehmend verzweifelt nach Vermissten. "Das Gebäude selbst ist in gefährlichem Zustand", so Cundy. 19 Verletzte wurden am Samstag noch in Krankenhäusern der britischen Hauptstadt behandelt. Deren genaue Zahl konnten die Behörden noch nicht genau sagen. Die Lage von 12 Patienten sei derzeit kritisch, teilte die Gesundheitsbehörde mit.

Die Feuerwehr setzte ihren Einsatz fort. Augenzeugenberichten zufolge ist der Brand noch immer nicht vollständig gelöscht. Die Feuerwehr sucht in den Trümmern des Gebäudes nach weiteren Opfern.

Nach dem Hochhausbrand in London haben sich wütende Demonstranten vor dem Rathaus im Bezirk Kensington und Chelsea versammelt.

Die Queen und ihr Enkel Prinz William besuchten derweil eine Notunterkunft in einem Fitness-Center in der Nähe des Brandorts.

Schon am Donnerstag hatte die Monarchin den Mut der Feuerwehrleute und die "unglaubliche Grosszügigkeit" der freiwilligen Helfer gewürdigt. Zahlreiche Menschen hatten auch die vergangene Nacht noch in Turnhallen und Hotels verbracht.

Kritiker hatten May vorgeworfen, nicht schnell genug auf das Unglück reagiert zu haben.

London (dpa) - Nach heftiger Kritik an ihrer Reaktion auf die Brandkatastrophe in London hat die britische Premierministerin Theresa May Regierungsmitglieder zu einer Sondersitzung einberufen. Diese wurden von dem Oppositionsführer Jeremy Corbyn, Bürgermeister Sadiq Khan und der 91-jährigen Königin Elizabeth II. besucht. Die Menschen hätten den Eindruck, dass ihnen nicht genügend geholfen worden sei nach der Katastrophe und dass sie keine Antworten auf die ihre dringendsten Fragen bekämen.