Gebäude nicht sicher Londoner Feuerwehr muss Suche in abgebranntem Hochhaus

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Gebäude nicht sicher Londoner Feuerwehr muss Suche in abgebranntem Hochhaus

Die Feuerwehr suchte mit Drohnen und Suchhunden nach weiteren Opfern in dem total zerstörten Hochhaus. Sie sei aber mehr besorgt "über die psychische Gesundheit" ihrer Feuerwehr, sagte Cotton. "Ich schicke keine Feuerwehrleute da rein".

Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen von 12 auf 17. Bisher war man von 17 Toten ausgegangen. Laut Cundy wurden 24 Überlebende in Krankenhäusern behandelt, zwölf von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Keiner weiß das so genau, die Bergung gestaltet sich "aufgrund des gefährlichen Zustands des Gebäudes" als schwierig, teilt die Polizei am Freitag mit.

In der Früh, mehr als 24 Stunden nach dem Ausbruch des verheerenden Feuers, kam noch immer Rauch aus dem Haus. Nach dem Unglück geben viele Bürger der britischen Regierung eine Mitschuld an der Brandkatastrophe. Viele von ihnen wurden im Schlaf überrascht.

Bei dem gewaltigen Brand wurden am Mittwoch 65 Menschen von der Feuerwehr aus den Flammen gerettet, anderen gelang selbst die Flucht.

Laut BBC enthielt die neue Fassadenverkleidung einen Plastikkern. "Sie wohnt in der obersten Etage, ihr Mann war nicht daheim, weil er im Urlaub ist". Die Rettungskräfte gingen nicht davon aus, noch jemanden lebend zu finden.

Die Ursache des Brands ist noch nicht geklärt.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach von einem "bedeutenden Vorfall" - eine Bezeichnung der britischen Behörden für eine Lage, die besondere Vorkehrungen durch einen oder mehrere Rettungsdienste erfordert. "Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben, und ich möchte den Londonern versichern, dass wir für alle Antworten bekommen werden". Premierministerin Theresa May kündigte eine unabhängige Untersuchung des Unglücks an, auch um aufzuklären, ob der Brandschutz mangelhaft war. Der Betonkasten aus den 70er Jahren wurde bis zum vergangenen Jahr für umgerechnet 9,9 Millionen Euro aufwändig renoviert. Im Fokus dabei: die neue Fassade des Hochhauses - die alte Beton-Fassade wurde mit Panelen aus Aluminium und Kunststoffschaum verkleidet und gedämmt. Dadurch könne ein Brand vom Erdgeschoss eines Hochhauses bis zum Dach übergreifen. Ein Newsletter der Mieterverwaltung habe die Bewohner angewiesen, im Falle eines Feuers in ihren Wohnungen zu bleiben - außer, der Brand sei in ihrer Wohnung oder auf ihrem Flur ausgebrochen.

Der britische Brandschutz-Experte Jon Hall nannte den Brand im Grenfell Tower einen Unfall, wie er in der "Dritten Welt" vorkomme. Die Ränder des Grenfell Towers seien unsicher, sagte Feuerwehrchefin Dany Cotton. Das Feuer hatte sich ungewöhnlich schnell die Fassade hochgefressen.

Die Berliner Feuerwehr dringt nach der Katastrophe auf schärfere Vorschriften beim Brandschutz in Deutschland auch für niedrigere Gebäude. Landesbranddirektor Wilfried Gräfling wies im RBB-Inforadio darauf hin, dass bei Häusern mit einer Höhe von weniger als 22 Metern brennbares Dämmmaterial erlaubt sei. Sie seien deshalb sicher. "Wir nehmen das jedoch zum Anlass und werden überprüfen, ob die aus energetischen Gründen geforderte Außendämmung eine zusätzliche Brandgefahr auslöst", sagte Herrmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag). Daher werde es sehr lange dauern, bis die Spezialkräfte von Polizei und Feuerwehr den Sozialbau vollständig durchsucht und alle Opfer geborgen hätten. Hunderte Londoner strömten am Mittwoch und heute in die Gegend, brachten Decken, Kleider, Wasser, Essen und Babynahrung. Mehr als eine Million Pfund an Spendengeldern kamen zusammen.

Wegen des Feuers will Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die energetische Gebäudesanierung in Deutschland auf den Prüfstand stellen.