Diesel-Affäre: Audi nennt technischen Fehler als Ursache

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Diesel-Affäre: Audi nennt technischen Fehler als Ursache

Die Dieselaffäre von VW und seinen Töchtern zieht weitere Kreise, die Oberklassetochter Audi und ihr Chef Rupert Stadler geraten immer stärker unter Druck. Anlass der neuen Ermittlungen ist der Vorwurf des deutschen Verkehrsministeriums, Audi habe in den Oberklassemodellen A7 und A8 eine illegale Software eingesetzt. Diese habe bewirkt, dass erkannt wurde, wenn das Auto auf dem Prüfstand war. Audi erklärte am Freitag, das Unternehmen arbeite bereits seit einigen Monaten "sehr eng" mit der Ermittlungsbehörde zusammen.

Audi teilte am Abend mit, betroffen seien Fahrzeuge der Modellreihen A7 und A8 mit V6- und V8-Motoren nach Abgasnorm EU5 der Modelljahre 2010 bis 2013. Dobrindt sagte, VW müsse bis zum 12. Juni Lösungsvorschläge zur Umrüstung übermitteln. Zudem sollten nun weitere Fahrzeuge des Konzerns mit ähnlichen Motoren untersucht werden. Dort hat sich Audi Anfang 2017 schuldig bekannt, mittels Abschalteinrichtungen den Abgasausstoß seiner 3-Liter-Fahrzeuge manipuliert zu haben. Die Diesel-Verfahren hatten Audi im vergangenen Jahr 1,86 Milliarden Euro gekostet.

Womöglich weitet sich der Skandal darüber hinaus noch weiter aus, denn nach Informationen der F.A.Z. steht Audi auch im Verdacht, über die Getriebesteuerung Einfluss auf die offiziell ermittelten Verbrauchswerte genommen zu haben. "Es handelt sich um eine sogenannte Lenkwinkel-Erkennung". Ein Ende der Ermittlungen sei bisher nicht absehbar. Sobald das Lenkrad mehr als 15 Grad eingeschlagen wird, erhöht sich der Ausstoß von gesundheitsschädigendem Stickoxid (NOx). Aber sein Unternehmen tue alles, "dass so etwas wie die Diesel-Affäre bei uns nie wieder passiert". Die Staatsanwaltschaft hatte "ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung" eingeleitet.

Bestehend aus Fachleuten des Bundesverkehrsministeriums, des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) sowie mit wissenschaftlicher Begleitung durch den Münchner Professor Georg Wachtmeister bewertete sie zum einen die Auswirkungen des VW-Abgasskandals. Dieser Umstand solle nun mit einer neuen Getriebesoftware wieder ausgebessert werden.

Im Herbst 2015 war der VW-Abgasskandal ans Licht gekommen, die Affäre hat ihren Ursprung in den USA. Neu ist nun, dass Dobrindt Audi im Zuge von Nachprüfungen in einem technisch anderen Fall eine "unzulässige" Abschalteinrichtung vorwirft. Insgesamt geht es um 24.000 Fahrzeuge, von denen 14.000 in Deutschland zugelassen sind. In einer firmeninternen Videobotschaft, die am Freitag online ging, greift er Dobrindt laut "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR an: "Die Politik stellt da gerade manches anders dar und hat uns mit ihrem Alleingang an die Medien überrascht", sagte der Audi-Chef den drei Medien zufolge in dem Beitrag.