Cosby-Prozess: Jury kann sich nicht auf Urteil einigen

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Cosby-Prozess: Jury kann sich nicht auf Urteil einigen

Es war unklar, ob die Jury in Norristown in Pennsylvania im Lauf des Dienstagnachmittags (Ortszeit) noch ein Urteil fällen würden.

Der bisher einzige Strafprozess gegen den US-Entertainer Bill Cosby wegen sexueller Nötigung entwickelt sich zu einer Hängepartie. "Sie haben für zwölf Stunden gearbeitet, das ist genug", erklärte Richter Steven O'Neill, der außerdem meinte, dass die Juroren bisher mit "unglaublicher Würde und Genauigkeit" an ihre Tätigkeit herangegangen seien. Löst sich das Patt aber nicht, endet das Verfahren als ergebnisloser sogenannter "mistrial" (fehlerhaft geführter Prozess). Die Staatsanwaltschaft muss dann innerhalb von vier Monaten entscheiden, ob sie den Fall mit einer neuen Jury neu verhandeln lassen will. Er hinterlegte bereits eine Kaution von einer Million Dollar. "Lassen Sie nicht zu, dass sie sich als Opfer bezeichnet", sagte Cosbys Anwalt Brian McMonagle zu den Geschworenen. Cosby sagte selbst nicht aus. Zwischenzeitlich hatte es in den vergangenen Tagen Spekulationen gegeben, dass der 79-Jährige entgegen früherer Ankündigungen vielleicht doch in den Zeugenstand treten könnte. Bis zu einer Neuauflage des Prozesses würde Cosby wohl auf freiem Fuß bleiben. Da diese Fälle verjährt wären, kann er dafür auch nicht mehr strafrechtlich belangt werden. In dem Prozess geht es vor allem um die Frage, ob Cosby die Klägerin Andrea Constand an einem Abend im Jahr 2004 sexuell missbraucht hat oder nicht. Bei einer Verurteilung drohen ihm mehrere Jahre Haft. Auf jeden der drei Anklagepunkte steht eine Höchststrafe von zehn Jahren. Die heute 44-jährige Frau wirft Cosby vor, sie damals in seinem Haus in Philadelphia mit Tabletten betäubt und sich dann an ihr vergangen zu haben. Cosbys Verhältnis zu den mehr als 50 weiteren Frauen, die ihm Sexualdelikte vorwerfen, waren nicht Teil des Verfahrens.